Rassistische Diskriminierung Autochthoner im Auftrag einer „diskriminierungsfreien“ Politik

Bahit Mahjoub
Randgruppenallee 2
60488 Françfürt
Bewerbung
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AStA TU Darmstadt
Personalreferat
Hochschulstraße 1
64289 Darmstadt
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Bahit Mahjoub
Randgruppenallee 2
60488 Françfürt
1. Mai 2017
Rassistische Diskriminierung Autochthoner im Auftrag einer „diskriminierungsfreien“ Politik

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Bahit Mahjoub, ich bin 22 Jahre alt, seit neun Jahren verheiratet und dreifache Mutter. Ursprünglich komme ich aus dem Sudan, lebe aber seit etwa fünf Jahren in Deutschland.

Ihre Stellenanzeige hat mich sofort angesprochen, da ich das ausgeschriebene Thema liebe und ich alle von Ihnen geforderten fachlichen Voraussetzungen erfülle oder – in aller Bescheidenheit – sogar übererfülle.

Da ich Rollstuhlfahrerin bin, benötige ich einen entsprechend barrierefreien Zugang zu meinem Arbeitsplatz. Als staatliche Institution verfügen Sie zu meinem Glück natürlich selbstverständlich über sämtliche diesbezüglichen Annehmlichkeiten, sodass hier keinerlei Schwierigkeiten zu erwarten wären.

Dasselbe gilt hinsichtlich meiner weiteren „Besonderheiten“, denn ich bin gläubige Muslima und trage deshalb immer einen Niqab, also eine Kopfbedeckung mit Sehschlitz – in meiner Freizeit auch gerne Burka.

Außerdem bin ich seit wenigen Jahren transgender-lesbisch, was in meinem privaten Umfeld gelegentlich zu Herausforderungen führt, aber an einer öffentlichen deutschen Einrichtung wie Ihrer Universität könnte ich mit Sicherheit ungestört und ohne jegliche rassistischen oder anderweitigen Belästigungen meiner Arbeit nachgehen.

Erfreut bin ich über Ihre Zuvorkommenheit gegenüber beliebigen, gesellschaftlich-spezifischen Minderheiten, wie Sie es in Ihrer Anzeige betonen:

„Bei gleicher Qualifikation werden Frauen*, Inter*- und Trans*personen, Menschen mit Handicap oder Migrant*innen mit und ohne deutschen Pass bevorzugt eingestellt.“

Zufälligerweise decke ich sämtliche dieser besonderen „Türöffner“ ab, was mich irgendwie stolz macht. Sie versuchen in vorbildlicher Art und Weise jeglicher Diskriminierung bereits im Vorfeld entgegenzuwirken, das finde ich sehr bemerkenswert.

Dennoch möchte ich Sie an meinen Zweifeln Anteil haben lassen, die mir neulich im Gespräch mit einem deutschen Bekannten bezüglich Ihres Gesuchs kamen.

Ich stellte mir nämlich die Frage, ob Sie diesem jungen Mann, einem zweifachen Familienvater in glücklicher erster Ehe mit urdeutschem Namen aus traditionsbewusster, christlich-konservativer Familie, dessen Frau sich zu Hause ganztags um die Kinder und den Haushalt kümmert, wohl auch eine Chance geben würden, sollte er sich bei Ihnen bewerben.

Gemäß dem Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz müssten Sie ihm ja eigentlich genau dieselben Rechte einräumen wie jedem anderen, denn es heißt im Gesetzestext:

§ 1 Ziel des Gesetzes

Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

§ 7 Benachteiligungsverbot

(1) Beschäftigte dürfen nicht wegen eines in § 1 genannten Grundes benachteiligt werden; dies gilt auch, wenn die Person, die die Benachteiligung begeht, das Vorliegen eines in § 1 genannten Grundes bei der Benachteiligung nur annimmt.

§ 19 Zivilrechtliches Benachteiligungsverbot

(1) Eine Benachteiligung aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, wegen des Geschlechts, der Religion, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität bei der Begründung, Durchführung und Beendigung zivilrechtlicher Schuldverhältnisse […] ist unzulässig.

Die Betonung liegt hier jedoch auf „eigentlich“, denn selbstverständlich würden Sie diesen Urdeutschen unter keinen Umständen auch bloß in die engere Auswahl nehmen, schon aus Prinzip, nicht wahr?

Wissen Sie was? Das wäre pure Diskriminierung und Rassismus gegenüber Deutschen, weil dieses Gesetz keinerlei rechtliche Grundlage dafür liefert, Frauen, Ausländer, Schwarze, Muslime, Homosexuelle, Behinderte oder sonstige Minderheiten in irgendeiner Weise zu bevorzugen.

Ja richtig, all diese Leute sollen wegen ihrer „Besonderheiten“ nicht benachteiligt werden und das ist durchaus in Ordnung. Aber was Sie hier treiben ist das genaue Gegenteil von Antidiskriminerung bzw. Gleichstellung, nämlich rassistische Diskriminierung!

Obwohl ich auf Ihre freie Stelle bestimmt gut gepasst hätte – allein fachlich betrachtet -, möchte ich Ihnen hiermit bereits im Vorfeld absagen und Ihnen mitteilen, dass ich Ihnen nicht als Quoten-Neger, -Frau, -Behinderte, -Lesbe, -Muslima und -Migrantin zur Verfügung stehe.

Suchen Sie sich gefälligst jemanden, der den Job von allen Bewerbern am besten und zuverlässigsten macht, denn Sie hantieren schließlich mit Steuergeldern, also Bürgereigentum.

Ich wünsche Ihnen noch viel Spaß in Ihrem linksgrünen, angeblich „diskriminierungsfreien“ Elfenbeinturm. Mit freundlichen Grüßen

Bahit Mahjoub

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