Zufälle gibt’s: Pünktlich zu Weihnachten beschert uns die Politik ein neues Passmärchen

Frank Wünschel
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Thomas de Maizière
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Frank Wünschel
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21. Dezember 2016
Zufälle gibt’s: Pünktlich zu Weihnachten beschert uns die Politik ein neues Passmärchen

Sehr geehrter Herr de Maizière,

wenn man, wie ich, seinen Glauben in die Politik und die sogenannten „Volksvertreter“ schon lange verloren hat, erfreut es einen umso mehr, ausnahmsweise doch einmal positive Nachrichten aus dieser Richtung zu vernehmen.

Und genau das konnten wir heute erleben: Der zunächst gefasste und verdächtigte Fahrer des Terror-Lkw in Berlin wurde ja dubioserweise wieder freigelassen, was durchaus viele Fragen aufwirft, denn schließlich flüchtete der Mann vor den ihn verfolgenden Zeugen. Sollte da zufällig der Falsche vor seinen Verfolgern davongelaufen sein, völlig grundlos, einfach so?

Schlecht natürlich für die Behörden und Ihr Ministerium, da nach dem ersten größeren Anschlag im Namen der „Religion des Friedens“ – der IS bekannte sich ja bereits zum Weihnachtsmarkt-Terror – schnelle Fahndungserfolge sicherlich besser für Ihre mediale Präsentation wären. Wir haben immerhin bald Wahlen.

Also haben Sie extra nochmal „ganz genau“ nachgesehen und rund 40 Stunden nach dem Attentat unter dem Fahrersitz des Lkw ganz zufällig die Aufenthaltspapiere eines polizeibekannten Tunesiers „gefunden“. Somit war der Täter jetzt bekannt.

Eigentlich kennen wir solche schlechten Drehbücher nur aus Hollywood oder von Ereignissen wie dem 11. September 2011, als aus einem explodierten Flugzeug unter den Trümmern eines 400 Meter hohen Wolkenkratzers der Pass eines der Täter gefunden wurde.

Dagegen wirkt diese Fahrersitzgeschichte schon irgendwie ein bisschen – sagen wir „schlicht“. Naja, besser als nix, die meisten Bürger glauben es schließlich trotzdem, wenn es die staatliche Tagesschau berichtet, sofern sie es überhaupt tut und nicht wegen „rein regionaler Bedeutung“ unter den Medienteppich fallen lässt.

Wo wir gerade bei den Zufällen sind: Der aktuell gesuchte Tunesier scheint ja für die Opfer in Berlin ein echt blöder Zufallsterrorist zu sein, denn ausgerechnet heute kamen zufällig seine Ersatz-Ausweispapiere aus Tunesien bei den Behörden in NRW an, mit denen der längst Abschiebepflichtige nun endlich nach Hause geschafft werden könnte.

Doch das dürfte zunächst wohl eher nicht auf der Tagesordnung stehen. Jetzt wird er nämlich erst einmal von den Ermittlungsbehörden gesucht. Es läuft eine Fahndung der Polizei nach ihm – mit einem verpixelten Foto und seinem abgekürzten Namen.

Diese bewusste Unkenntlichmachung ist sicherlich sehr hilfreich für die schnelle Identifizierung und Ergreifung des Täters, da habe ich volles Vertrauen in Ihre Arbeit, Herr Minister. Den Datenschutz müssen Sie natürlich trotz der zwölf Toten weiterhin sehr ernst nehmen, das verstehen wir Bürger selbstverständlich.

Leider scheint es bei der Fahndung jedoch eine zufällige Panne gegeben zu haben: Anscheinend verzögert sich der Zugriff aufgrund formaler Fehler bei den Durchsuchungsbefehlen. Wirklich sehr ärgerlich, diese ständigen dummen Zufälle.

Immerhin läuft überhaupt eine Fahndung, denn bei dem Berliner Treppentreter zog sich die Veröffentlichung des zugehörigen Videos über zwei Monate hin und zufällig genau einen Tag nach der heimlichen Weitergabe des Überwachungsvideos an die Presse präsentierte die Berliner Polizei dann endlich ihre offizielle Suche nach dem ausländischen Tretling.

Wegen dieser ganzen Zufälle bin ich schon richtig gerührt, das alles erscheint einfach zu schön, um wahr zu sein. Vermutlich liegt das schlichtweg daran, dass an dieser äußerst kuriosen Zufallsgeschichte nämlich so gut wie gar nichts wahr ist.

Herr de Maizière, ich danke Ihnen wirklich für Ihre Bemühungen, uns Bürgern so kurz vor Weihnachten noch ein so richtig schönes Weihnachtsmärchen vorspielen zu wollen. Aber ich möchte Ihnen dazu nur eines sagen:

Danke, ich verzichte. Ich habe Ihre unerträglichen Lügen und die Ihrer Kollegen satt. Es reicht. Nehmen Sie Ihr lächerlichen „Zufälle“ und Ihren Hut und verschwinden Sie samt Ihren Regierungskollegen aus unserem Land, bevor 80 Millionen Menschen zufällig denselben Gedanken bekommen und Ihnen bei Ihrem Rücktritt persönlich „behilflich“ sind.

Auf nimmer Wiedersehen

Frank Bünschel

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