Morddrohungen gegen Vegan-Gastronomen – Fleischloser Kult oder militante Religion?

Herbert Wurster
Metzgerstr. 37
88373 Fleischwangen
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Vegane Gemeinde
Grasplatz 1
02884 Grüneweiden
Vegane Gemeinde
Grasplatz 1
02884 Grüneweiden
Herbert Wurster
Metzgerstr. 37
88373 Fleischwangen
5. September 2016
Morddrohungen gegen Vegan-Gastronomen – Fleischloser Kult oder militante Religion?

Liebe tierfrei-ernährende Mitmenschen, liebe Grasfresser,

was waren das noch für Zeiten, als wir Männer beim Steak-Grillen kein schlechtes Gewissen hatten, keine Belehrungen der CO2-Sektenanhänger, keine Beschimpfungen von selbsternannten Vegetarier-Bessermenschen und erst recht keine Vorhaltungen von irgendwelchen besonders linken veganen Grünlingen ertragen mussten.

So lange ist das eigentlich noch gar nicht her, aber inzwischen ist sogenannter „Umwelt- und Klimaschutz“ keine rein ideologische Spinnerei von ein paar langhaarigen, kinderliebenden und ökofanatischen Strickpullover-Atomkraftgegnern mehr, sondern politisches Pflichtprogramm für jeden im Lande geworden.

Schon in Kindergarten und Schule wird unser Nachwuchs vollumfänglich gemäß der hinduistischen Lehre von der vegetarischen oder gar veganen Ernährung indoktriniert, damit er Papa beim Grillabend so richtig auf den Zeiger gehen kann mit seinen dummen und bloß nachgeplapperten Pseudogesundheits- und Ökosprüchen.

Dabei will Mann sich doch bloß mal ein saftiges Steak gönnen, vielleicht sogar ganz vorbildlich mit Fleisch vom Biobauern – wahrscheinlich jedoch eher vom Supermarkt, weil es erschwinglicher ist und auch nicht wirklich schlechter schmeckt.

Ob es den Tieren zu Lebzeiten gut ging? Nun ja, es sind eben Tiere, keine Menschen. Solange sie nicht gequält werden ist es in Ordnung, denn nach fernöstlicher Art z.B. Kühe und Rinder zu vergöttern, kann ja wohl beim besten Willen nicht der richtige Weg sein. Wie sagt selbst die Bibel:

Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und erfüllt die Erde! Furcht und Schrecken vor euch soll über alle Tiere der Erde kommen und über alle Vögel des Himmels, über alles, was sich regt auf dem Erdboden, und über alle Fische im Meer; in eure Hand sind sie gegeben! Alles, was sich regt und lebt, soll euch zur Nahrung dienen; wie das grüne Kraut habe ich es euch alles gegeben. Nur dürft ihr das Fleisch nicht essen, während sein Leben, sein Blut, noch in ihm ist! 1. Mose 9,1-4

Fleisch zu essen ist also etwas Legitimes und völlig Normales. Unter bestimmten, heute in unserer Gesellschaft nicht mehr ganz so häufig anzutreffenden Umständen ist diese eiweißhaltige Ernährung sogar elementar, denn wer schon mal auf dem Bau arbeitete oder anderweitig schwer körperlich beansprucht war, weiß, dass er mit Eurer reinen Blätterkost wahrscheinlich bereits nach wenigen Minuten den Löffel bzw. die Schaufel abgeben müsste.

Das hindert Euch Sektierer aber anscheinend nicht daran, Euren Aberglauben den Mitmenschen mitunter mittels sprichwörtlicher Gewalt aufzwingen zu wollen. So haben nämlich einige besonders eifrige Veganismus-Jünger gerade erst die beiden Betreiber eines angesagten Vegan-Restaurants in Hollywood mit dem Tode bedroht, weil sie selbst nicht der fleischlosen Sekte angehören, sondern privat gern und regelmäßig „dicke, marmorierte Steaks auf den Grill werfen“.

Na das geht natürlich gar nicht, klar. Wer Fleisch isst, hat nichts in dem elitären Veganclub der besseren Menschen verloren und erst recht nicht darf er sie mit ultraleckeren Sojaschnitzeln und ähnlich widerwärtigem Zeug abzocken. Das dürfen nur die eigenen Glaubensanhänger und veganen Vorbeter.

Seltsamerweise seid Ihr in Sachen Herstellung Eures Grünfutters deutlich anspruchsloser. Solange es zumindest „öko und bio“ angebaut wird, ist alles in bester Ordnung. Es macht Euch offenbar wenig aus, wenn der zugehörige Landwirt nicht ebenfalls dem Antifleischkult angehört und selbst beim transportierenden Lkw-Fahrer und den vielen anderen Dienstleistern auf dem Weg der Ware vom Acker bis zu Eurem Teller seid Ihr glücklicherweise noch einigermaßen tolerant.

Übrigens, allein dank uns Nicht-Vegetariern und -Veganern habt Ihr überhaupt was Grünes zwischen den Zähnen, denn große Teile der Agrarwirtschaft würden ohne tierische Exkremente als Düngemittel erheblich weniger oder gar keinen Ertrag abwerfen.

Eure Toleranz endet allerdings abrupt, falls am Ende der Kette nicht alles perfekt passt: Wehe der Koch bzw. der Restaurantchef gehören nicht Eurer Vegan-Glaubensgemeinschaft an, dann brennt aber die grüne Hütte so richtig. Mir ist natürlich klar, warum Euch der Fall in Hollywood so besonders schwer aufregt: Vegane Ernährung macht schließlich nur bedingt Spaß mangels Vielfalt, Geschmack und aufgrund der Kosten, der verbundenen Gesundheitsprobleme sowie des enormen Extraaufwands.

Darum legt Ihr umso mehr Wert auf die zugehörige Selbstinszenierung, quasi als Belohnung für Euer „Opfer“ zur vermeintlichen Rettung der Welt, um die Euch niemand gebeten hat. Wie kleine – oder große – Oberlehrer-Pharisäer mutiert bei Euch nämlich ein stinknormaler Restaurantbesuch im veganen Nobellokal zur absoluten Überlegenheitsdarstellung gegenüber dem niedrigen, fleischessenden Pöbel.

Umso verheerender ist es deshalb für Euch, wenn sich nach der grünen Grasfresser-Uraufführung plötzlich herausstellt, dass die Betreiber des angeblichen Edelrestaurants nach Feierabend genau das tun, was gesunde und mit gesundem Menschenverstand ausgestattete Menschen eben bei schönem Wetter machen: Ein saftiges Steak auf den Grill werfen.

Also dann, Ihr Möchtegern-Bessermenschen: Mahlzeit

Euer Herbert

PS: Was ich schon immer wissen wollte: Warum esst Ihr Heuchler eigentlich so gern Fleisch- und Wurstimitate aus Soja und ähnlichem Kram? Wenn man wirklich aus echter Überzeugung Veganer ist, dann darf man sich auch keine Pseudo-Wurst aufs Brot legen, sondern hat gefälligst jede Tierähnlichkeit bei seiner Ernährung zu vermeiden – ausgenommen natürlich vegetarische Wurst in Form von Kuhfladen.

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