Bewaffnete Amerikaner: Verrückte, gefährliche Narren oder mündige Bürger?

Jasmin Herbst
Am Waffenberg
76531 Knarre
Beileid
An
Benjamin Maack
Im Spiegelland 3
20457 Elfenbeinturm
Benjamin Maack
Im Spiegelland 3
20457 Elfenbeinturm
Jasmin Herbst
Am Waffenberg
76531 Knarre
26. September 2016
Bewaffnete Amerikaner: Verrückte, gefährliche Narren oder mündige Bürger?

Lieber Benjamin,

man merkt Dir Deine Fassungslosigkeit wirklich deutlich an, die Du in Deinem Schreiberguss festgehalten hast. Ich würde Deinen Gemütszustand folgendermaßen beschreiben:

Hilfe, ich habe Angst vor mündigen Menschen mit Waffen, welche diese nicht nur besitzen und benutzen dürfen, sondern auf ihr elementares Grundrecht zur persönlichen Verteidigung offensichtlich auch noch stolz sind.

Als regelrecht „bedrohlich“ beschreibst Du die Bilder, die lediglich durchschnittliche Amerikaner mit ihren Schusswaffen zeigen. Dir fehlt ein Lächeln, Freundlichkeit und Selbstironie auf den Abbildungen, um sie für Dich erträglicher zu machen.

Wären Dir strahlende Gesichter der Knarrentragenden stattdessen lieber? Was würdest Du wohl erst aufs Papier schmieren, wenn all diese Leute mit Pistolen und Gewehren ein hämisches Grinsen, extreme Heiterkeit oder überlegene Schadenfreude im Gesicht stehen hätten? Du tust mir echt leid, vielleicht solltest Du mal zum Psychologen gehen?

Ich kann mir Deine absurde Wut und pauschale Ablehnung, Deinen grundlosen Hass sehr leicht vorstellen, denn anscheinend ist Dir in keinster Weise klar, was es mit der gesetzlichen Grundlage und dem Selbstverständnis der Amis in Sachen Waffen auf sich hat.

Der zweite Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten besagt:

Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.

Das mag einem linken Auftragsschreiberling wie Dir freilich gar nicht schmecken, weil im real existierenden Sozialismus bzw. seinem kulminierten Höhepunkt namens Kommunismus das Individuum natürlich vollständig enteignet, entrechtet und zu einem totalen Staatssklaven umfunktioniert worden ist.

Waffen passen da so ganz und gar nicht dazu, denn das würde die Untertanen bloß befähigen, sich gegen ihre totalitäre Regierung zur Wehr zu setzen. Kein Wunder wurde die systematische Entwaffnung von Bürgern durch Angela Merkels Vorgänger bereits vor gut 80 Jahren praktiziert.

Schon damals wusste der bekannte Herr, der ebenfalls überzeugter Anhänger des Sozialismus war, wie mit Regimegegnern und anderen unerwünschten Menschen umgegangen werden musste, damit sie seinen Machtansprüchen nicht gefährlich werden konnten.

Allen zu jener Zeit als „Staatsfeinde“ bezeichneten Bürgern wurde durch das Reichswaffengesetz jegliche Bewaffnung verboten. Gleichzeitig rüstete der Staat selbst stark auf und stattete die „richtig Gesinnten“ mit allerlei Waffen und den zugehörigen Rechten aus.

Bereits seit Jahren versucht der noch amtierende US-Diktator dasselbe in seinem Reich, bislang jedoch mit mäßigem Erfolg. Zwar würdest Du im ehemaligen Land der unbegrenzten Möglichkeiten inzwischen viele gleichgesinnte Pseudopazifisten finden, aber dem durchschnittlichen Amerikaner wird wohl niemand seine Waffen streitig machen, allerhöchstens in einem neuen Bürgerkrieg.

Da sind wir in der EUdSSR bzw. in der BRD schon deutlich weiter. Waffen sind hierzulande „bäh“ und Waffenbesitzer, Bundeswehrsoldaten, Schützen und ähnliche Leute pauschal „böse“. Das Thema spielt bei uns für gewöhnlich kaum eine Rolle.

Mit einer Ausnahme: Geschieht hier ein irgendwie gearteter „Amoklauf“, etwa eines Schülers, der angeblich mit Papas Waffe um sich schoss, oder ballern irgendwelche Moslems wild herum, weil sie nicht mehr bis zum kommenden europaweiten Tag des Dschihad warten können, dann kriecht Ihr linken Schreiberlinge sofort unter den Tischen hervor und fangt an zu hetzen und zu fordern:

Noch schärfere Waffengesetze, ein generelles Verbot aller Waffen, die Schließung sämtlicher Schützenvereine und die Einführung der Waffenscheinpflicht für Wasserspritzpistolen.

Ihr militanten Waffengegner seid alles, bloß keine Pazifisten. Und Sachverstand habt Ihr gleich dreimal nicht. Wo würdest Du als umsichtiger Krimineller denn lieber einbrechen, bei einem entwaffneten Deutschen oder einem Amerikaner mit fünf Gewehren im Haus?

Auch die Argumentation mit den ach so vielen Opfern durch Waffengewalt ist dämlich: Welcher Verbrecher hält sich schon an geltendes Recht und Waffenverbote? Sicherlich wenige, nicht einmal unsere eigene Regierung hält sich bekanntermaßen an geltende Gesetze.

Außerdem: Wenn Ihr Linken Schusswaffen verbieten wollt, dann verbietet gefälligst ebenfalls alle Küchen- und Taschenmesser, alle Autos und Lastwagen, denn damit lässt sich bekanntlich nicht weniger Unheil anrichten.

Merkst Du was? Es kommt nicht auf die Verbannung von Waffen an, um in Sicherheit und Frieden leben zu können, sondern um den verantwortungsvollen Umgang damit.

Darüber hinaus – und das war wohl eines der wichtigsten Ziele der Verfasser des amerikanischen Zusatzartikels: Eine bewaffnete, mündige Bevölkerung ist in der Lage, sich gegen eine drohende Diktatur und gegen eine totalitäre Regierung zur Wehr zu setzen. Dafür ist es bei uns nur leider schon viel zu spät.

Freundliche Grüße und etwas mehr gesunden Menschenverstand wünscht Dir

Jasmin Herbst

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