Unser täglicher Terror: Attentäter von Belgien erfüllt wieder sämtliche Klischees

Georg Elber
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Michel Deutsch
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Georg Elber
Vorurteilsfrei 21
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8. August 2016
Unser täglicher Terror: Attentäter von Belgien erfüllt wieder sämtliche Klischees

Lieber Michel,

hast Du schon gehört? In Belgien gab es schon wieder einen Amoklauf – ach nein, das war ja eine Beziehungstat. Halt, wieder falsch, es handelte sich um einen Nachahmungstäter, der eine Blitzradikalisierung durchmachte, spontan mit einer Polizistin eine Beziehung eingehen wollte und sie dann wegen Ihrer Abweisung unter Rufen der Zauberformel von ihrem Leiden als „Ungläubige“ erlösen wollte.

Na, hast Du das jetzt wirklich geglaubt? Keine Sorge, es war bloß ein kleiner Scherz von mir. Der „Belgier“, der erst seit einigen Monaten in dem Land lebte, hatte mentale Probleme, wurde vor Kurzem von einem Baggerfahrer aus einem Hochhaus schwer gemobbt und konnte aufgrund seines Alters leider keinen Amoklauf mehr an einer Schule durchführen, was ihn zusätzlich psychisch belastete.

Außerdem, was heißt hier „schon wieder“? Das klingt ja, als fände bei uns täglich ein Terroranschlag statt. Dabei geschieht das nachweislich nur alle zwei Tage.

Eines muss man den belgischen Behörden und deren Presse lassen: Die sind wirklich völlig rückschrittlich. Bei uns wäre diese Tat offiziell niemals als terroristischer Mordversuch gewertet oder gar Ermittlungen wegen versuchten terroristischen Mordes eingeleitet worden. Hierzulande wird sowas als Amoklauf, Beziehungstat und natürlich als Werk eines psychisch kranken Einzeltäters bezeichnet. Zu Recht übrigens.

Da hilft selbst ein Bekenntnis des IS nicht, für die Tat verantwortlich sein zu wollen. Unsere Behörden würden dem Islamischen Staat den Vogel zeigen und glasklar beweisen, dass der „Mann“ ein „Deutscher“ war, der Psychopharmaka schluckte, suizidgefährdet war, unter schweren Depressionen litt und es außerdem nicht seine Absicht gewesen war, die Polizistinnen zu verletzen.

Vielmehr habe der psychisch kranke Einzeltäter, der übrigens mit Vornamen Hans-Joachim hieß und gerade von der Arbeit kam, die Damen lediglich nach der nächsten „Aloha Nacktbar“ fragen wollen und sei dann auf der Straße auf einem schmierigen AfD-Flugblatt ausgerutscht, wobei sein beruflich verwendetes Dönermesser versehentlich aus der Tasche herausrutschte und in Richtung der beiden Polizistinnen schlitterte. Dummerweise hielten diese nicht die geforderte Armlänge Abstand.

Das war wirklich großes Pech, wo es doch statistisch gesehen wesentlich wahrscheinlicher ist, zuhause von der Trittleiter in eine Machete zu fallen oder bei einem Spaziergang am Rhein von einem explodierenden belgischen Kernkraftwerk getroffen zu werden.

Als weiterer Beleg gegen seine IS-Zugehörigkeit würde ausgeführt, der Täter sei bereits polizeibekannt gewesen. Aufgrund seiner umfangreichen Vorgeschichte, unter anderem schwere Körperverletzung, mehrfacher Einbruch und etliche Vergewaltigungen, hätte der Mann überhaupt keine Zeit haben können, nebenher auch noch für den IS zu arbeiten. In seiner Wohnung wurde zudem ein AfD-Aufkleber sichergestellt, ein rechtsextremer Hintergrund ist daher wahrscheinlich.

Ebenso habe er sich strikt an die Ausgehverbote der Polizei gehalten, die ihn über seine elektronische Fußfessel rund um die Uhr überwachte. Sogar in Kirchen sei er ab und zu gegangen, trottete aber jedes Mal enttäuscht wieder nach Hause, weil kein Priester anwesend war, der sich geweigert hätte, unter Androhung von Enthauptung zum Islam zu konvertieren.

Mit dem Islamischen Staat hat der Mann also ganz bestimmt nichts am Hut gehabt. Du solltest aus dem Zwischenfall deshalb jetzt bloß keine falschen und voreiligen Schlüsse ziehen und womöglich Muslime pauschal verurteilen.

Es ist ja nicht viel passiert und den beiden Polizistinnen geht es sicher bald wieder besser. Auch Angst brauchst Du keine zu haben, denn wie Angela Merkel erst neulich sagte, ist Angst kein guter Ratgeber.

Dass der Täter bei diesem Unfall ums Leben kam, ist wirklich tragisch. Kurz nach seiner Ankunft in Europa versuchte er nämlich zunächst, sein Studium als Gehirnchirurg fortzusetzen und hier erfolgreich abzuschließen, welches er in seiner Heimat Algerien begonnen hatte. Anschließend beabsichtigte er, in einer namhaften Klinik in Deutschland eine der neuen Ausländerquoten-Führungspositionen zu besetzen.

Doch die allmählich schwächelnde Willkommenskultur bereitete ihm stetig größere Probleme, weshalb er in psychiatrische Behandlung kam. Sein Studium war damit leider vorbei, aber immerhin wurde ihm eine Ausbildung zum Bademeister in Aussicht gestellt. Sämtliche Prognosen seines Therapeuten waren durchweg positiv. Sogar ein Abgeordneter verbürgte sich für ihn, damit er nicht abgeschoben würde.

Die belgische Polizei hatte zwar die Sache mit der Armlänge vermasselt, sich jedoch wenigstens an die neuerliche Empfehlung von Renate Künast gehalten, nur auf die Beine des Täters zu zielen und ihn nicht einfach umzubringen. Schließlich war ja alles bloß ein großes Missverständnis.

Trotzdem verstarb er anschließend und hinterlässt nun vier Ehefrauen und 21 Kinder sowie 54 Vettern und Cousinen, für die bereits der Familiennachzug genehmigt worden war und derzeit in Deutschland eine eigene Reihenhaussiedlung gebaut wird.

Obwohl es sich hierbei also nachweislich um keinen Terror oder gar um einen Anschlag im Namen des Islam handelte und sich der Vorfall in Belgien zutrug, wollen die deutschen Behörden dennoch vorsorglich diverse Maßnahmen ergreifen.

Macheten – Pardon, ich meinte natürlich Dönermesser – sollen künftig ausnahmslos unter Vorlage des kleinen Waffenscheins erhältlich sein. Außerdem werden sämtliche im Umlauf befindlichen Messer mit einer Länge von über 15cm nachträglich von den Behörden registriert. Für Gastronomen gibt es dabei Ausnahmen, aber nur, wenn der Koch einen Migrationshintergrund besitzt.

Was ich sehr gut finde: Die Kölner Stadtverwaltung will ihre seit Silvester geltende Anordnung der „Armlänge Abstand“ um eine Dönermesserlänge erweitern, um „ganz sicher zu gehen und Rassismus vorzubeugen“. Naja, sonst profitiert davon doch gleich wieder die AfD.

Nachdem der Papst aufgrund des Unfalls dazu aufrief, den Islam als „Religion des Friedens“ keinesfalls anzugreifen, äußerte sich auch Angela Merkel und richtete eine Grußbotschaft nach Brüssel mit den Worten:

Belgien schafft das!

Darüber hinaus kündigte Merkel an, neben den Grenzen auch die Flughäfen rund um die Uhr zu öffnen, damit uns wegen dieses schweren Verlustes noch mehr Menschen „geschenkt“ werden könnten. Ab sofort fänden deshalb jede Nacht Linienflüge zwischen der Türkei und Deutschland statt.

Die Gewerkschaft der Polizei bot den Kollegen in Belgien an, entsprechende sozialtherapeutische Schulungen durchzuführen, um die Beamten sensibler für andere Kulturkreise zu machen. Möglicherweise hätte das Unglück nämlich verhindert werden können, wenn die beiden Polizistinnen den Täter nicht so schief angesehen hätten, was freilich eine völlig unnötige Provokation darstellte.

Gleichermaßen sollte darauf geachtet werden, nur dort Polizistinnen einzusetzen, wo keine Migranten unterwegs sind, damit diese sich nicht in ihrer Ehre verletzt fühlen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Schlimm, dass immer erst etwas passieren muss.

Du siehst also, es wird alles dafür getan, die Integration mit gemeinsamen Kräften zu stemmen und Rassismus zu bekämpfen. Meine Bitte an Dich: Lass Dich durch diesen Vorfall eines blitzradikalisierten, psychisch kranken Beziehungs-Einzel-Amok-Attentäters jetzt oder künftig bloß nicht dazu anstiften, die AfD zu wählen oder in Sachen Willkommenskultur nachzulassen. Die neue Teddybärenlieferung kommt noch diese Woche.

Viele Grüße

Dein Georg

PS: Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Waidmannsheil an die belgische Polizei!

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