Schluss mit Dienst von Montag bis Freitag: Jetzt sollen die Behörden klotzen

Kurt Wenz
Zeitallee 75
67433 Pfalzstadt
Vorschlag
An
Malu Dreyer
Klarastr. 15a
55116 Mainz
Malu Dreyer
Klarastr. 15a
55116 Mainz
Kurt Wenz
Zeitallee 75
67433 Pfalzstadt
7. Dezember 2015
Schluss mit Dienst von Montag bis Freitag: Jetzt sollen die Behörden klotzen

Sehr geehrte Frau Dreyer,

in Ihrer Position als Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz sind Sie es sicherlich gewohnt, dass alle um Sie herum sofort huschen und kuschen, wenn Sie bloß mit dem Finger schnippen.

Natürlich ist das vollkommen verständlich, schließlich sind Sie ja nicht irgendwer, sondern eine erfahrene und hochgestellte Politikerin. Laut Ihrem Lebenslauf haben Sie zwar höchstens ein paar einzelne Jahre als Juristin gearbeitet, sofern man Juristerei in dieser Bananenrepublik überhaupt als Arbeit bezeichnen kann, doch als Landeschefin hat man mit eigener Arbeit freilich nichts mehr am Hut.

Trotzdem sind Sie in der Lage, alles zu diesem Thema besser zu wissen. Etwa, womit sich die Kollegen der Bundesbehörden die langweiligen Bürozeiten um die Ohren schlagen sollten. Während unser Land aufgrund der verheerenden Politik der Ihrigen und anderen Parteien gerade von Millionen sogenannter „Flüchtlinge“ überrannt und handlungsunfähig geschlagen wird, geht Ihnen die „Willkommenskultur“ offenkundig immer noch zu langsam.

Hinsichtlich der Arbeitszeiten der Mitarbeiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge BAMF haben Sie nämlich gerade gesagt:

Dienst von Montag bis Freitag – das geht in diesen Zeiten nicht mehr. In den Kommunen und den Ländern arbeiten die Mitarbeiter im Schichtdienst, am Wochenende und kloppen Überstunden – das muss auch das BAMF leisten können.

Anscheinend geht Ihnen die Bearbeitung der Asylverfahren zu langsam, obwohl doch praktisch von allen Seiten der Gemeinden längst über massiven Wohnungsmangel und fehlende Unterbringungsmöglichkeiten geklagt wird. Dort ist man inzwischen schon froh über jedes kleinste Stocken beim Nachschub mit neuen „Flüchtlingen“.

Da Ihnen wegen Ihrer fehlenden beruflichen Erfahrung in der freien Wirtschaft die Zusammenhänge offenbar nicht vollständig klar sind, möchte ich Ihnen ein kleines Beispiel hierfür geben, wie Arbeit am Band, und um genau das handelt es sich in Sachen „Asyl“ derzeit zweifellos, üblicherweise funktioniert:

Der einzelne Mitarbeiter bzw. ein ganzes Team hat eine vorgegebene Zeit, in welcher bestimmte Handgriffe zu erledigen sind, etwa das Montieren von Reifen an einem Pkw-Fließband. Die einzelnen Leute bzw. Gruppen passen ihr Arbeitstempo aneinander an und alles klappt wie am Schnürchen.

Gehen nun jedoch plötzlich die Reifen zur Neige, weil die just-in-time-Lieferung des nächsten Lkw auf sich warten lässt – vielleicht aufgrund eines Staus, der durch auf der Autobahn spazierende „Flüchtlinge“ verursacht wurde -, kommt fast schlagartig das gesamte Band ins Stocken und kurz darauf gänzlich zum Stillstand.

Was meinen Sie, wie groß ist in diesem Moment wohl der Nutzen lauten Schreiens und missmutigen Antreibereien des Chefs an seine Mitarbeiter? Ich weiß, Sie können sich diese Situation einfach nicht wirklich vorstellen, zum einen eine stinkige, lärmende Werkshalle mit lauter fleißigen Männern und zum anderen auch noch jemanden, der dort vollständig über Sie bestimmt.

Dennoch arbeiten sogar Millionen von Menschen in diesem – im Eiltempo untergehenden – Land auf solche oder ähnliche Weise. Im Prinzip unterscheidet sich hiervon die Arbeit von Beamten oder Angestellten der Behörden kaum, abgesehen davon, dass in den staatlichen Büros weder Schweiß fließt noch Termindruck oder sonstige Hektik herrscht. Wenn es dort mal nichts zu tun gibt, wird der jeweilige Chef ganz bestimmt alles machen, bloß nicht herumbrüllen.

Von ebensolchen Leuten beim BAMF nun öffentlich zu fordern, sie sollen bitteschön gefälligst ihre gewohnten „Arbeits“-Zeiten vergessen und Wochenende sowie den Feierabend ignorieren, ohne finanziellen Leistungsausgleich selbstverständlich, schließlich geht es ja um „arme Flüchtlinge“, ist deshalb schon ziemlich – sagen wir mutig, zumal diejenige, welche diese Forderung ausspricht, ja selbst nicht so die Erfahrung mit echter Arbeit hat.

Aber Frau Dreyer, das Problem ließe sich ganz simpel lösen und dabei könnten Sie sogar gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sie lernen erstmals kennen, was es heißt, zu arbeiten – zwar bloß im öffentlichen Dienst, doch besser als gar nichts, so wie aktuell nämlich – und bekommen außerdem hautnah mit, wie es in Sachen millionenfachem Asyl im Lande wirklich läuft.

mdIhrer Webseite habe ich entnommen, dass nicht nur ihre Bürozeiten, sondern auch Ihre Wochenenden derzeit völlig frei sind. Sie haben offenkundig keinerlei wichtige Termine.

Wäre es da nicht eine hervorragende Idee, wenn Sie selbst einmal mit Hand anlegen und Ihre vielgeliebten „Flüchtlinge“ persönlich asylisieren würden?

Es ist wirklich ganz einfach: Bei denjenigen, die in ihrem Asylantrag angeben, aus dem Nahen Osten zu stammen – also 99,9% – und über mindestens fünf sichere Länder bis zu uns „geflohen“ sind, müssen Sie lediglich ein Häkchen setzen bei Ja und eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis ausstellen, inklusive sämtlicher finanzieller Zuwendungen.

Keine Sorge, dieses Geld geht nicht zu Lasten Ihres eigenen Portemonnaie, sondern wie immer auf Rechnung des Steuerzahlers, etwa den besagten Fließbandarbeitern. Sofern Sie möchten, können Sie gerne jeweils ein paar Extras obendrauflegen, die armen „Geflüchteten“ haben es sich schließlich verdient.

Das alles kriegen Sie ganz einfach hin, selbst als erhabene Ministerpräsidentin. Ich bin sicher, wenn Sie erst einmal die nächsten Wochenenden sowie Weihnachten und Silvester durchgearbeitet und hunderte von Ja-Häkchen gesetzt haben, werden Sie die Verweigerungsstimmung innerhalb des BAMF besser verstehen, denn es soll tatsächlich Menschen geben, die ihre Freizeit zu schätzen wissen, wie Sie zum Beispiel.

Selbstverständlich gehe ich nicht davon aus, dass Sie sich tatsächlich auf ein derart primitives Niveau zu Otto Normalbürger bzw. Normalbeamter herablassen werden. Aber man wird ja kurz vor dem finalen Untergang dieses Landes noch ein letztes Mal von illusorischer Bürger- und Realitätsnähe der sogenannten Volksvertreter träumen dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Kurt Wenz

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