„Not sehen und handeln“? Caritas-Chef hilft sich selbst in eigener Not

Willi Gernher
Weg-Genommen 83a
66081 Klauenburg
Beileid
An
Rainer Flinks
Klammstr. 131
79104 Spendenheim
Rainer Flinks
Klammstr. 131
79104 Spendenheim
Willi Gernher
Weg-Genommen 83a
66081 Klauenburg
31. August 2015
„Not sehen und handeln“? Caritas-Chef hilft sich selbst in eigener Not

Sehr geehrter Herr Flinks,

spenden Sie eigentlich auch der Caritas? Zugegeben, die Frage ist irgendwie Unsinn, denn das wäre ja ein seltsames Zirkelspiel, wo Sie doch schon von dem Unternehmen als Ihrem Brötchengeber üppig bespendet werden. Trotzdem würde sich das natürlich gut machen, besonders in Ihrer aktuellen Situation.

An dieser Stelle möchte ich Ihnen gleich mein Beileid aussprechen darüber, in den Fokus der Lügenpresse geraten zu sein. Da wird gerade ziemlich schmutzige Wäsche gewaschen, obwohl Sie sich nach eigener und der Aussage Ihres Vorstands nichts zu Schulden haben kommen lassen.

Ich finde es ehrlich nicht in Ordnung, wie die Medien jetzt so auf Ihnen herumhacken, nur weil Sie sich Ihre letzten Geburtstagspartys von Ihrer katholischen Firma zahlen ließen. Im Gegenteil, diese Neider sollten sich lieber ein Beispiel nehmen an Ihnen, einem Geschäftsführer, der so eng mit seiner Aufgabe verwachsen ist, dass selbst der eigene Geburtstag zur „dienstlichen Veranstaltung“ mutiert, wie Ihre Vorstandskollegen ausdrücklich betonten.

Dieses enorme Engagement ist selbstverständlich nicht ohne ein entsprechendes Umfeld möglich, das versteht jeder Entscheidungsträger sofort. Insofern ist des nun wirklich nicht angemessen, sich über Ihr neues Büro aufzuregen. Die paar zigtausend Euro sind sicher gut angelegt, da ein guter Chef auch eine entsprechende Arbeitsumgebung benötigt, um innovativ und kreativ zu sein.

Und das sind Sie ganz offenkundig. Sie sowie Ihre Vorgesetzten waren von Ihrer Leistung so dermaßen überzeugt, dass Sie vom – mit gut 100.000 Euro jährlichem Salär – völlig unterbezahlten Manager zu einem zweitklassigen Chef aufstiegen, der nur drei Jahre später immerhin gut 160.000 Euro einstreichen darf.

Außerdem hat die Caritas sicherlich nicht ohne Grund das Motto „Not sehen und handeln“ gewählt, sondern sieht gegebenenfalls selbst bei den eigenen Mitarbeitern die dort herrschende Not und versucht, diese zu lindern. So wohl auch bei Ihnen.

Eine solche Gehaltserhöhung wird also schon seinen Grund haben. Niemand bekommt schließlich einfach mal so 60% mehr Lohn und noch dazu ein MBA-Studium für 18.000 Euro vom Arbeitgeber finanziert. Nur absolut vertrauenswürdige Menschen verfügen zudem über die Möglichkeit, sich sämtliche Spesen selbst abzuzeichnen und zu genehmigen.

Bei der Caritas werden jedoch genau solche Leute zwingend benötigt, immerhin müssen die jährlich rund 70 Millionen Euro an eingenommenen Geldern in ehrlichen und verantwortungsvollen Händen liegen. Konkret bedient sich Ihr Verein bekanntlich aus folgenden Töpfen:

  • Öffentliche Zuschüsse von EU, Bund, Ländern und Gemeinden
  • Leistungen aus Pflege-, Kranken-, Unfall- und Rentenversicherungen
  • Spenden und Stiftungen
  • Beiträge Ihrer Kunden
  • Kirchensteuer, Mieteinnahmen, Zinsen und Förderfonds

Das sind alles ganz legale Einnahmequellen, die hier lediglich in einer erstaunlichen Art und Weise kombiniert und auf größtmöglichen Profit hin optimiert wurden. Wer das verwaltet, benötigt mehr als bloß eine Banklehre und z.B. ein Praktikum auf Sizilien.

Man stelle sich nur vor, ein Politiker würde dieses Geld verwalten. Da wäre wohl bereits nach der ersten Woche die Kasse geleert, weil der Herr Volksvertreter ein paar Nullen auf dem Papier mit Nullen in seinem Umfeld verwechselt hat und natürlich versuchte, sich damit die Stimmen für die nächste Wahl zu kaufen.

Was können wir froh sein, einen solchen Mann wie Sie auf diesem Posten zu haben. Jemand, der so ehrlich ist, sogar eine Rechnung zur Anzugsreinigung über 18 Euro einzureichen, weil er bei einer „Dienstveranstaltung mit Sekt überschüttet“ wurde.

Da sieht man sofort, was für ein schmutziges und herausforderndes Geschäft Sie doch betreiben und unter welchen Umständen Sie hantieren müssen. Das soll Ihnen erst einmal jemand dieser Auftragsschreiberlinge nachmachen, die jetzt so genüsslich in den Details Ihrer an die Öffentlichkeit gezerrten Zuwendungen schnüffeln.

Es ist die Natur dieser sozialistischen Neider, alle anderen, die mehr verdienen, obwohl sie das womöglich gar nicht wirklich „verdienen“, zu verunglimpfen und irgendwelche Haare in der Suppe zu finden. Allein die Zugehörigkeit der Caritas zur katholischen Kirche macht Sie wahrscheinlich schon pauschal verdächtig, aber Sie können noch froh sein, dass sich diese Unterstellungen bloß auf Geld und nicht auf beispielsweise irgendwelche Sachen mit Kindern beziehen.

Lassen Sie sich nicht unterkriegen. Vielleicht kommt ja auch einmal ein Familienmitglied eines Pressefritzen in den Genuss Ihrer Dienstleistungen, den Sie dann besonders „bevorzugen“ können.

Mit freundlichen Grüßen

Willi Gernher

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