Der Nachbar: Wütend und frustriert, aber trotzdem völlig handlungsunwillig

Der Nachbar
Nebenan 24
75783 Hierundda
Resignation
An
Thomas Michel
Im Irgendwo 2
41689 Überall
Thomas Michel
Im Irgendwo 2
41689 Überall
Der Nachbar
Nebenan 24
75783 Hierundda
17. August 2015
Der Nachbar: Wütend und frustriert, aber trotzdem völlig handlungsunwillig

Lieber Thomas,

ich bin froh, Dich und Deine Familie als Nachbarn zu haben. Angenehme Leute, ohne Lärm und Dreck, unauffällig, verlässlich, vertrauensvoll und immer für ein Schwätzchen an der Grundstücksgrenze zu haben.

Außerdem freut es mich natürlich, sich mit Dir von Mann zu Mann unterhalten zu können, ohne auf die heute häufig üblichen Befindlichkeiten sonderlich Rücksicht nehmen zu müssen, da Du ja durchaus nicht davor zurückschreckst, regelmäßig Klartext zu sprechen.

Auf unsere Regierung lässt Du kein gutes Wort kommen – völlig zu Recht. Ebenso müssen sämtliche anderen Amtsträger, vom Landrat über irgendwelche Wichtigtuer in den Vereinen bis hin zum Bürgermeister, einiges an absolut berechtigten Vorhaltungen Deinerseits einstecken.

Selbst Dein Chef und einige Kollegen, die in unglaublich dämlicher Gutmenschlichkeit offenbar alles brav schlucken und nachmachen, was ihnen von oben her diktiert wird, treiben Dich bisweilen in wütenden Wahnsinn und entlocken Dir erstaunliche Wortkreationen, die ich in Anwesenheit meines kleinen Sohns manchmal dann doch lieber nicht hören würde.

Ja, zweifellos ist dieses gesamte Räuber- und Lügenpack in Amt und Würden sowie die Dumpfbacken aus dem bürgerlichen Umfeld eine Katastrophe für uns und unser Land. Schade nur, dass Du, obwohl Du all diese Missstände klar erkennst, keine wirklichen Konsequenzen daraus ziehst.

Wenn ich Dir beispielsweise empfehle, das amtierende Politgesindel mittels der richtigen Kreuzchen ins Nirwana zu schicken, entgegnest Du bloß: „Ist mir egal, ich geh bei dieser verlogenen Mischpoke nicht wählen. Es bringt ja eh nichts.“

Du hast schon Recht: Würden unsere Wahlen tatsächlich systemverändernden Charakter besitzen, wären sie längst verboten. Das Problem ist jedoch, dass extrem viele Leute genauso denken und sich deshalb eben nichts ändern kann und die Machthaber sich in Sicherheit wähnen. Wenn Ihr Wahlverweigerer wüsstet, welche Macht Ihr durch das Setzen von zwei kleinen Strichen auf dem Papier an der richtigen Stelle hättet und leider ungenutzt verschenkt…

Ehrlich gesagt fände ich es sogar richtig, denjenigen zu verbieten, sich über die Missstände zu beschweren, die nicht einmal die vorhandenen Möglichkeiten zur Beseitigung dessen zu nutzen wissen. Wer nicht wählt, braucht hinterher auch nicht zu maulen.

Oder nehmen wir einmal das Thema Geld: Wie wütend wirst Du jedes Mal beim Betrachten der seit Jahren ständig weiter wachsenden Schlaglöcher in unserer Nebenstraße. Im Rathaus interessiert sich niemand dafür, stattdessen treibt sich das faule Beamtenpack lieber auf diamantenen Hochzeiten und achtzigsten Geburtstagen von Einwohnern der Gemeinde herum, damit uns in der nächsten Ausgabe des örtlichen Propagandablatts deren „wichtige“ Gesichter auf jeder zweiten Seite blöd angrinsen.

Auch mich macht die unsägliche Steuergeldverschwendung rasend, aber im Gegensatz zu Dir arbeite ich bloß noch soviel, um möglichst wenig ans Finanzamt zahlen zu müssen und davon einigermaßen bescheiden leben zu können, während Du Dich seit 25 Jahren im 24 Stunden Schichtdienst herumquälst. Dabei müsstest Du das mangels Schulden und Kindern sowie einer arbeitenden Frau an Deiner Seite gar nicht.

Unzählige Male schon habe ich Dir versucht zu erklären, worin der Fehler unseres Geldsystems besteht und weshalb wir uns unweigerlich auf eine fürchterliche Crash-Katastrophe hinbewegen. Ich habe Dir ebenfalls oft lang und breit erklärt, was bald mit Deinen Ersparnissen passieren wird.

Doch irgendwie scheinst Du entweder nicht realisieren zu wollen, welches Desaster sich hier real anbahnt, oder Du bist schlicht zu bequem, um die von mir genannten Dinge selbst zu überprüfen und anschließend passend zu handeln. Eines nahen Tages ist es nämlich soweit: Die Banken werden schließen und dann ist es zu spät.

Auf meine Frage, was Du in diesem Fall machst, entgegnetest Du mir: „Ich fahr zu meinem Bänker, packe ihn am Kragen und vermöbel ihn, bis er blau und grün ist.“ Glaubst Du wirklich, davon bekämst Du auch nur einen Cent Deines in sprichwörtlichem Rauch verdampften Sparvermögens wieder?

Stattdessen spottest Du über mich, weil ich ja mein Gold in diesem Fall ebenso nicht einfach essen könne. Das würde unter solchen Umständen Deiner Ansicht nach angeblich genauso wert- und nutzlos sein – obwohl es in der Geschichte der Menschheit nachweislich immer anders gewesen war. Nur das interessiert Dich leider nicht.

Zu guter Letzt frage ich mich, warum Du Dir der ständigen Lügerei seitens Politik und Medien zwar durchaus bewusst bist und Dich fürchterlich über das erbärmliche Programm im Fernsehen aufregst, aber dennoch diese Verblödungskiste nach wie vor mitten in Eurem Wohnzimmer steht.

Irgendwie finde ich es jammerschade, dass wir uns bezüglich des unsäglichen Geschehens in diesem Land einerseits absolut einig sind, Du jedoch andererseits jegliche Gegenwehr verweigerst und noch dazu sämtliche Warnungen in den Wind schreibst, ja sogar trotz Deiner Einstellung brav im Strom mitschwimmst.

Was muss eigentlich erst alles passieren, damit Du aufstehst und endlich Deine Geschicke selbst in die Hand nimmst? Ich bin gespannt auf die Antwort und ich weiß eines: Allzu lange werde ich darauf wohl nicht mehr warten müssen. Das Problem dabei: Wirklich viel Handlungsspielraum bleibt Dir in diesem Moment nicht mehr.

Sag dann also ja nicht, ich hätte Dich nicht eindringlich und immer wieder nachdrücklich gewarnt, sonst werde ich am Ende sogar noch richtig böse auf Dich.

Viele Grüße

Dein Nachbar

Das könnte Sie auch interessieren:

Schaut der Lügenpresse auf die Finger: Propagandisten hassen die Wahrheit Sehr geehrte Frau Radeck,in einem Artikel vom 24.06.2016 publizierte Ihr Blatt eine Meldung der Deutschen Propaganda-Agentur dpa mit dem mutigen T...
Versteht die linke Welt nicht mehr: Auftragsschreiberling von Moslem verbal attackiert Sehr geehrter Herr Sutter,in einem bewegenden Artikel haben Sie von Ihrer schicksalhaften Begegnung mit einem offensichtlich "gläubigen Moslem" be...
Mit zusätzlicher Bürokratie für mehr „Lohngerechtigkeit“ – und noch mehr Sozialismus Sehr geehrte Damen und Herren Bundesclowns,es ist schön zu sehen, dass Sie wieder einmal etwas tun. Zwar hat dieses "etwas" wie üblich wenig Bezug...
Millionendieb gefasst – Milliardenräuber weiter in Amt und Würden Sehr geehrte Damen und Herren der Frankfurter Kripo,herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Festnahme des Kopfs der Verbrecherbande, welche im vergangenen...

Empfehlung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.