Es gibt hier nicht das Geringste zu sehen, bitte gehen Sie weiter!

Angela Merkel
Im Pleiteamt 18
15189 Lügenstein
Ermahnung
An
Deutscher Steuerzahler
Teuergasse 2
86421 Träumschön/Weiter
Deutscher Steuerzahler
Teuergasse 2
86421 Träumschön/Weiter
Angela Merkel
Im Pleiteamt 18
15189 Lügenstein
22. Juni 2015
Es gibt hier nicht das Geringste zu sehen, bitte gehen Sie weiter!

Liebe deutsche Steuerzahlerinnen und Steuerzahler,

schade, dass es das Wetter zur Zeit nicht besonders gut mit der DDR – Pardon, mit Deutschland meint, aber der nasskühle Sommer kommt natürlich nicht von ungefähr, sondern ist der Klimaerwärmung, genauer gesagt dem Klimawandel zu verdanken, wie Sie sicherlich wissen. Ansonsten würden Sie sich, liebe Bürginnen und Bürgen, nämlich sicherlich eher draußen aufhalten, als sich den völlig unwichtigen Nachrichten über Griechenland zu widmen.

Aus diesem Grund habe ich das Staatsfernsehen – ich meine selbstverständlich die unabhängigen, öffentlich-rechtlichen Medien angewiesen, etwas mehr Ablenkung zu fahren, um Sie alle ein wenig aufzuheitern. Schließlich ist es Aufgabe der Bundesregierung, sich mit solchen unbedeutenden Angelegenheiten herumzuschlagen und nicht die der Bevölkerung.

Ich möchte, dass Sie mir und meinen Ministerinnen und Ministern sowie den Kolleginnen und Kollegen der anderen Euroländerinnen und Euroländer – äh – blind vertrauen, da nur wir über den erforderlichen Sachverstand und die Expertinnen und Experten verfügen, um diese Krise abzuwenden und gestärkt aus ihr hervorzugehen.

Aber was rede ich hier von Krise, Griechenland steht ja bereits unmittelbar vor der endgültigen Rettung, die ich in alternativloser Gewohnheit durchzudrängen versuche. Manche Mitbürgerinnen und Mitbürger versuchen jedoch leider, mit falschen Lageeinschätzungen die restliche Bevölkerung bewusst zu verunsichern und fantasieren von einem enormen und baldigen Milliardenschaden für unser Land.

Dem muss ich entschieden widersprechen. Weder haben wir die Rettungsgelder den Griechen geschenkt noch ist das Geld verloren, sondern Athen wird jeden einzelnen Cent zurückbezahlen. Es kann und wird bis zur finalen Tilgung zwar etliche Jahrzehnte dauern, aber auch mein Urenkel möchte schließlich später in seiner Kanzlerschaft etwas Positives zu berichten haben und dem möchte ich heute natürlich nicht vorgreifen.

Vertrauen Sie mir bitte, liebe Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, der Fall Griechenland wird von sämtlichen Seiten als viel zu bedeutsam hochgespielt. Dieses beschauliche Stück Südeuropas wird, selbst wenn der quasi unmögliche und undenkbare Fall einer Staatspleite rein theoretisch eintreten sollte, niemals eine Gefahr für den Euro oder gar für die Bundesrepublik bedeuten.

Ihre Spareinlagen, liebe Sparerinnen und Sparer, sind so sicher, wie nie zuvor. Der Euro bleibt ebenfalls alternativlos, denn niemand möchte wieder Krieg in Europa, selbst unsere Vorgesetzten – ich meine, selbst unsere engen Freunde und Partner in Amerika nicht. Wir müssen und werden daher alles Nötige tun, um Griechenland zu retten, gegebenenfalls werden wir dafür auch weitere Hilfszahlungen veranlassen, da ich nicht eines Tages vor Ihnen stehen und folgendes zu Ihnen sagen möchte:

Alle Ihre Spareinlagen sind verloren!

Dieser Fall kann und wird nicht eintreten – und falls doch, so werde ich Ihnen das ganz bestimmt niemals in dieser Deutlichkeit mitteilen. Stattdessen werde ich Sie daran erinnern, dass die Rückzahlungen aus Athen lediglich ein klein wenig in die Zukunft verschoben wurden und Ihr Geld nicht wirklich verloren ist, sondern sich derzeit bloß in anderen Händen befindet. Seien Sie wegen dieser vorübergehenden treuhänderischen Verwaltung Ihres Vermögens bitte nicht beunruhigt. Eines Tages könnten Ihre Nachfahren wahrscheinlich wieder einige Teile davon zurückerhalten.

Mein persönlicher Rat an Sie, liebe Wählerinnen und Wähler: Schauen Sie jetzt einfach weg von diesem unansehnlichen Drama und wenden Sie Ihre Augen lieber in Richtung der schönen Dinge, die in unserem Land geschehen. So sind wir zur Zeit ja in der glücklichen Lage, Hunderttausenden von Fachkräften beim Einwandern und beim dauerhaften Niederlassen in der Bundesrepublik zuzuschauen und die auf diese Weise gesicherte Zukunft unseres Landes zu bestaunen.

Engagieren Sie sich am besten noch heute als Unterstützer dieser vielen Flüchtlinge, denn dieser Zustrom ist wichtig für uns und wird in Zukunft einen erheblichen Teil unserer Wirtschaftskraft bedeuten. Die direkte Überführung aus Afrika, die Unterbringung, Verpflegung und Versorgung von Millionen weiterer Menschen in Deutschland sind die Basis für den hierdurch stark wachsenden Bereich unserer Wirtschaft.

Wir werden viele neue Häuser, Schulen und staatliche Einrichtungen brauchen, um die Einwanderer angemessen unterzubringen, unser Umfeld an deren Lebensgewohnheiten anzupassen, die Deutschen mit Sprachunterricht auf die Verständigung mit diesen neuen Fachkräften vorzubereiten und natürlich werden die wenigen von Ihnen, welche noch einen einträglichen Arbeitsplatz besitzen, weitere Opfer bringen müssen. Doch wir investieren dabei in unsere Zukunft.

Gegenüber dieser finanziellen Herausforderung nimmt sich die Rettung Griechenlands in jedem Fall äußerst bescheiden aus, ganz gleich, wie dieses Drama schlussendlich ausgehen mag. Darum bitte ich Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger: Krempeln Sie jetzt Ihre Ärmel hoch, damit die Bundesregierung auch zukünftig Ihre Steuergelder mit beiden Händen zum Fenster – Pardon, dem Sozialstaat widmen kann.

Ihre Kanzlerin

Angela Merkel

Empfehlung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.