Veganer leben nicht länger, sie sehen bloß älter aus – Ernährungsfanatismus im Trend

Hans Fleischer
Schlachthausweg 22
97492 Schweinfurt
Einladung
An
Verena Grashalm
An der großen Wiese 76
70569 Korndorf
Verena Grashalm
An der großen Wiese 76
70569 Korndorf
Hans Fleischer
Schlachthausweg 22
97492 Schweinfurt
13. April 2015
Veganer leben nicht länger, sie sehen bloß älter aus – Ernährungsfanatismus im Trend

Liebe Verena,

Du tust mir wirklich leid, denn Dein Schicksal ist wahrlich kein leichtes. Nicht etwa deswegen, weil demnächst wieder die Grillsaison beginnt und überall an den Wochenenden der herzhafte Duft von Fleisch und Würstchen durch die Siedlungen zieht, und Du als Veganerin diesem Einfluss schutzlos ausgeliefert bist.

Nein, ich bemitleide Dich nicht deshalb, weil Du Dich diesem appetitlichen Grillgeruch nicht so leicht wie beim Augenschließen entziehen kannst, da unsere Nase nämlich sehr empfindlich ist, insbesondere wenn es um leckeres Essen geht.

Mein wirkliches Mitleid hast Du in einer anderen Angelegenheit: Wegen Deiner veganen Urlaubsplanung. Während sich diese politisch korrekte Ernährungsspinnerei zwar hierzulande bereits wie eine grüne Pest verbreitet hat, sind das Ausland und insbesondere die weiter entfernten Reiseziele noch weitgehend unberührt vom veganischen Dekadenzgeist der selbsternannten Bessermenschen und angeblichen Weltretter.

Der militante und überzeugte Veganer will ja schließlich nicht einfach in einem Hotel für „Normalsterbliche“ die schönste Zeit des Jahres verbringen, wo er nicht nur ständig darum bemüht wäre, bloß mit keinerlei tierischen Produkten in Berührung zu kommen. Es geht auch um die dort mangelnden Selbstdarstellungsmöglichkeiten, da unter den „Fleischfressern“ Eure überragende, entwicklungsgeschichtliche Errungenschaft nicht ausreichend honoriert und in den Vordergrund gespielt werden kann.

Besser ist es daher natürlich, sich zu Gleichgesinnten zu begeben, wo nicht nur lauter geprahlt werden kann, sondern das Spießrutenlaufen ebenfalls vermieden wird. Tatsächlich ist es den Normalessern wie mir nämlich inzwischen zur regelrechten Pflicht geworden, Euch selbsternannte Bessermenschen bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit Eurem heuchlerischen Pharisäertum aufzuziehen.

Außerdem erspart Ihr Euch den enormen Stress, mehrmals am Tag auf die Suche nach einem für Eure gehobenen Ansprüche angemessenen Futtertrog gehen zu müssen. In manchen von Euresgleichen noch nicht vollständig „erschlossenen“ Gegenden dieses Planeten kann dies durchaus ziemlich mühsam werden, da Ihr Euch heutzutage selbstverständlich nicht mehr einfach mit dem Genuss von Beilagen und Salat begnügt, sondern eine „vollwertige“ vegane Hauptmahlzeit erwartet. Oft muss dabei mindestens ein Fleischimitat auf den Teller. Irgendwie ist das schon recht inkonsequent für Verächter tierischer Produkte, findest Du nicht?

Trotzdem kann ich Euch ja in gewisser Weise verstehen, schließlich ist es eine Qual, sich tagein tagaus gegen die vollkommen normalen Gelüste wehren zu müssen, welche beispielsweise der besagte Grillduft in einem normalen Menschen auslöst. Mancher Vollveganer behauptet zwar, er würde beim Anblick und Geruch von gebratenem Fleisch Ekel empfinden, aber das dürfte wohl zu den größten Lügen dieser scheinbar „besseren“ Menschen gehören.

Nein, es geht Euch doch gar nicht darum, „gesund“ und „nachhaltig“ zu leben und Euch dementsprechend zu ernähren und dabei auch noch ein grünes Gewissen gegenüber all den „armen“ Tieren zu haben. Ihr braucht lediglich eine vermeintliche Legitimation, um Euch über Eure Mitmenschen erheben zu können. Eure Überlegenheit findet im Veganismus das perfekte Selbstinszenierungsinstrument, gib es einfach zu.

Sei’s drum, mir ist es ja im Prinzip egal, was Ihr esst, solange Ihr mich damit in Ruhe lasst, mir nicht mein sonntägliches Frühstücksei und den Sonntagsbraten madig macht und meinem Essen nicht all sein Essen wegesst. Das Problem ist allerdings, dass die wenigsten von Euch genau das können oder wollen. Vegan scheint nämlich zudem eine Art von Mission zu sein, wie ich immer wieder erleben muss.

Doch nochmal zurück zu Deiner Urlaubsplanung: Mach Dir bitte nicht solch einen Stress auf der Suche nach dem richtigen Hotel und den passenden Restaurants, sondern unternimm mal wirklich was Naturverbundenes, was vegan ja wohl ebenfalls bedeuten will.

Wie wäre es z.B. mit einem Urlaub im Allgäu? Dort sind genügend Gutmenschen, die politisch korrekte Vormundschaft hat dort genügend vegane Ernährungstempel errichten lassen und die Umwelt schonst Du auch gleich noch, weil Du nicht erst dorthin fliegen musst und damit womöglich das Klima durch das böse CO2 erwärmst.

Aber ach nein, so „öko“ braucht es dann ja doch nicht zu sein, nicht wahr? Ach du liebe Zeit, Ihr armen grünen Früchtchen habt wirklich Sorgen. Wenn Ihr außer diesen Probleme bei der ernährungsgerechten Urlaubsplanung sonst nichts habt, was Euch plagt, würde ich fast mit Euch tauschen wollen.

Ich habe noch einen anderen Tipp für Euch, falls das passende vegane oder ökofaschistische Luxushotel am gewünschten Urlaubsort irgendwo auf dem Planeten mal wieder nicht verfügbar ist: Kauft Euch einfach ein Dreimannzelt, die gibt’s gerade günstig beim Discounter, und zeltet auf der Wiese hinter dem Traum-Hotel.

Idealerweise schneidet Ihr vorher den Kunststoffboden des Zeltes raus, dann könnt Ihr nämlich direkt im Liegen, vom Schlafsack aus, unmittelbar nach dem Aufwachen frühstücken, denn das Gras wächst Euch so sprichwörtlich in den Mund. Wohl bekomms!

Viele Grüße

Dein Hans Fleischer

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