Heuchelei gepaart mit wilder Panik: Lügenpresse macht kompromisslos leere Versprechungen

Konrad Steinaug
Spiegelweg 98
63754 Pressefrei
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Oberschreiber Harms
Im Elfenbeinturm 1
25886 Münchhausen
Oberschreiber Harms
Im Elfenbeinturm 1
25886 Münchhausen
Konrad Steinaug
Spiegelweg 98
63754 Pressefrei
30. März 2015
Heuchelei gepaart mit wilder Panik: Lügenpresse macht kompromisslos leere Versprechungen

Sehr geehrter Herr Harms,

so ganz werde ich nicht schlau aus Ihrem Artikel über „guten Journalismus“. Vielleicht liegt es ja daran, dass es mir schwer fällt, diesen mit Ihrem Blatt in Verbindung zu bringen. Vielleicht verstehe ich auch bloß nicht richtig, auf was Sie eigentlich hinaus wollen.

Ist es eine Lobhudelei auf Ihr Haus – oder sollten wir besser sagen, Ihren Elfenbeinturm? Handelt es sich um eine Entschuldigung für die unzähligen Lügen, die Sie tagtäglich verbreiten, für die unsägliche Propaganda und das unerträgliche Anbiedern an linksgrüne Regierungspolitik?

Oder ist es schlichtweg die nackte Panik vor dem Ende Ihrer Karriere beim SPIEGEL, weil die Leser in immer größeren Scharen davonlaufen und es SPIEGEL ONLINE daher nach 20 Jahren bald nicht mehr geben könnte?

Ja, da scheint offenbar der Hund begraben zu liegen: Als Ihr erstes Anliegen nennen Sie tatsächlich das Geld. Die Abonnenten schwinden und mit ihnen die Anzeigekunden und das, wo Ihre 150-köpfige Mannschaft doch jeden Tag unerbittlich dafür Sorge trägt, dem entmündigten Bürger klar zu machen, was er meint zu wissen sowie was er zu denken, zu glauben und wie er zu handeln hat.

Früher war Schnelligkeit Ihr Leitspruch. Da Sie das jedoch offensichtlich nicht mehr leisten können und andere Sie in dieser Disziplin längst abgehängt haben, lautet Ihr Anspruch heute eben, „exakt, ausgewogen, transparent und so wahrhaftig wie irgend möglich zu berichten“.

Naja, hohe Ansprüche an sich selbst darf man durchaus haben, nur wird ihnen nicht jeder anschließend immer gerecht. Das wird den meisten Menschen nämlich spätestens am zweiten Januar eines jeden Jahres bewusst, wenn sie bereits wieder mit den guten Vorsätzen vom Vortrag gebrochen haben. So geht es Ihnen anscheinend auch, denn gemessen am einzig gültigen Maßstab für Medien, der Wahrheit, fallen Sie leider in allen Punkten vollständig durch.

Aber machen Sie sich nichts draus, Sie sind damit nicht allein: Die gesamte Lügenpresse macht es Ihnen gleich, dank perfekter medialer Gleichschaltung.

Ein wenig Schmunzeln musste ich bei Ihrem folgenden Satz:

In diesem Sinne berichten wir kritisch, aber fair, leidenschaftlich und mit dem Mut zu unkonventionellen Meinungen, dabei unvoreingenommen, unabhängig und unbestechlich und wenn es das Thema zulässt gern auch originell.

War das ironisch gemeint? Falls nicht, brauchen Sie sich auch nicht zu wundern, dass keiner mehr den SPIEGEL liest geschweige denn kauft, da diese Beschreibung tatsächlich bloß noch als ernüchternde Parodie der heutigen Medienlandschaft verstanden werden kann. Insbesondere Ihr Blatt spiegelt dabei ganz deutlich das genaue Gegenteil Ihres Selbstverständnisses wider.

Nicht minder erheiternd fand ich Ihren Rückschluss, Europa brauche einen solchen Journalismus in heutiger Zeit, in welcher wir in eine „neue Ost-West-Konfrontation geschlittert“ seien, in welcher „Gewaltexzesse von Terroristen Ressentiments gegen Muslime“ schürten, in welcher unsere „Werte- und Wohlstandsgemeinschaft durch die Schuldenkrise und die Klimakrise“ bedroht seien und in welcher „Tausende von politischen Akteuren und wirtschaftlichen Lobbyisten in Brüssel, Berlin und den anderen Hauptstädten versuchen, Ereignisse in ihrem Sinne (um) zu deuten“.

Vielleicht sollten Sie es mal als Satiremagazin versuchen? Soviel Selbstironie hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut. Schließlich weiß jeder einigermaßen klar denkende Bürger – worunter sich höchstwahrscheinlich keine SPIEGEL-Leser befinden dürften -, dass die Heraufbeschwörung des Dritten Weltkriegs, die Hofierung des Islams und die zugehörige Unterwerfung, die Zerstörung unserer Gesellschaft und ihrer Werte sowie die Huldigung der CO2-Sekte zum allergrößten Teil allein auf Ihre ständigen Lügenpublikationen zurückzuführen sind.

Sie und Ihr Blatt sind eine der wesentlichen Ursachen für die Folgen dieser widerwärtigen Propaganda und nicht etwa diejenigen, welche uns aus diesem Schlamassel befreien könnten oder gar wollten. Ohne SPIEGEL und Co hätten wir den ganzen Lügenmist immerhin gar nicht.

Für das korrupte Gesindel in Berlin und Brüssel sind Sie dagegen tatsächlich eher nicht ursächlich verantwortlich. Dennoch kommen Sie Ihrer Aufgabe nicht nach, diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Wozu nennt sich denn die Presse die sogenannte vierte Gewalt im Staat?

Trotzdem, da Sie behaupten, künftig den Dialog mit Ihren Lesern führen und auf sie hören zu wollen, möchte ich auf Ihre Bitte nach Vorschlägen zur Verbesserung eingehen, obwohl ich im Grunde genommen weiß, dass Sie es ja doch nicht wirklich ernst meinen.

Also, Sie möchten wissen, was SPIEGEL ONLINE besser oder anders machen soll? Ich hätte da ganz spontan ein paar sehr konkrete Vorschläge:

  1. Hören Sie endlich damit auf, zu lügen. Selbst eine einzige Lüge reicht, um das Vertrauen der Leser zu zerstören. Bei zwei oder mehr Lügen ist dieses Vertrauen sogar dauerhaft dahin. Die entsprechenden Konsequenzen erleben Sie ja gerade hautnah.
  2. Verzichten Sie auf Ihre überheblichen, lächerlichen Diffamierungen, wie z.B. das abgedroschene „rechtspopulistisch“-Blabla, bloß weil andere Menschen nicht Ihre Ansichten teilen und bestimmte Dinge nicht Ihrer linksgrünen Linie entsprechen – nicht jeder ist schließlich überzeugter Sozialist, wie offenbar die meisten SPIEGEL-Redakteure.
  3. Lassen Sie Ihre unsägliche Regierungs- und US-Propaganda sein. Es ist nur noch peinlich, durchschaubar und zum Fremdschämen. Außerdem ist es schlichtweg böse, dabei mitzuhelfen, Europa vorsätzlich in den Dritten Weltkrieg zu stürzen. Sie alle tragen am Ende eine Mitschuld an jedem einzelnen Opfer, welches dieser Krieg fordern wird. Er ist leider höchstwahrscheinlich nicht mehr zu verhindern, dazu haben Sie schon zu viel „gute Arbeit“ geleistet.
  4. Werfen Sie sämtliche linksgrünen, politisch korrekten und käuflichen Journalisten raus. Dass es korrupte Journalisten gibt, sie sogar in der Mehrzahl sind, wissen wir längst. Leugnen ist zwecklos. Sollte dieser Rauswurf in letzter Konsequenz bedeuten, alle von Ihnen genannten 150 Schreiberlinge zu entlassen, dann müssen Sie eben lauter neue Leute suchen, da irgendwelche Wendehälse sich später wieder erneut drehen könnten. Und falls es Sie selbst betrifft, sollten auch Sie gehen.

Wenn Sie diese vier Punkte befolgen, sind Sie vermutlich binnen weniger Wochen das unangefochtene Blatt Nummer Eins im Lande. Wenn nicht, stirbt der SPIEGEL unweigerlich vollends – und jedenfalls im Augenblick wäre es nicht sonderlich schade darum.

Solange Sie nicht wenigstens einen dieser vier Punkte nachweislich umsetzen, werde ich auch weiterhin keinen SPIEGEL kaufen.

Mit freundlichen Grüßen

Konrad Steinaug

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