Achtung, Masern! Lassen Sie sich schnell impfen, bevor Sie die Wahrheit kennen

Karl Kritisch
Weg mit der Nadel 2
70518 Naturgesund
Warnung
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Amtsarzt Dr. Impfschnell
Kreisverwaltung
55192 Pharmainz
Amtsarzt Dr. Impfschnell
Kreisverwaltung
55192 Pharmainz
Karl Kritisch
Weg mit der Nadel 2
70518 Naturgesund
20. Oktober 2014
Achtung, Masern! Lassen Sie sich schnell impfen, bevor Sie die Wahrheit kennen

Sehr geehrter Herr Dr. Impfschnell,

seit einigen Tagen gibt es in unserem Landkreis vier Fälle von Masernerkrankungen. In Ihren Pressemitteilungen warben Sie daher stets bei den Bürgern, ihren persönlichen Impfstatus zu überprüfen und sich gegebenenfalls schnellstmöglich impfen zu lassen.

Da ich als kritischer Mensch jedoch nicht einfach jedem Arzt oder gar Amtsarzt blind vertraue und mir irgendwelche unbekannten Substanzen injizieren lasse, bat ich Sie, mir anonymisiert mitzuteilen, wieviele der vier Masernpatienten denn gegen Masern geimpft waren.

Weil die allgemeine Impfquote gegen Masern bundesweit bei durchschnittlich knapp 97% liegt, ist es zwar nur sehr unwahrscheinlich, einem geimpften Menschen zu begegnen, der trotzdem Masern bekam, aber ich wollte hier für mich schlichtweg ganz sichergehen.

Außerdem wollte ich noch von Ihnen wissen, welchen Impfstoff sich die Patienten, falls sie geimpft waren, verabreichen ließen.

Derartige Skepsis mag Sie möglicherweise verwundern, doch es soll tatsächlich Menschen geben, die nicht an die Existenz bösartiger „Viren“ glauben, wenngleich das einem promovierten Mediziner wie Ihnen selbstverständlich vollkommen unverständlich sein dürfte. Nichtsdestotrotz möchte ich gerne selbst entscheiden, wem ich was glaube und dazu sind eben die einen oder anderen Fakten notwendig.

Leider weigerten Sie sich bislang, meiner Bitte nachzukommen und schrieben mir stattdessen:

Eine Impfentscheidung Ihrerseits kann nur den aktuellen Impfstoff betreffen, dieser ist sehr wirksam und wird von der STIKO empfohlen. Es ist mir nicht ersichtlich, wieso Sie für eine aktuelle Impfentscheidung Informationen über die betroffenen Personen im Kreis benötigen.

Der aktuelle Impfstoff ist also „sehr wirksam?“ In welcher Hinsicht denn konkret? Schützt er womöglich tatsächlich vor Masern oder „wirkt“ er vielleicht in erster – und einziger – Linie auf den Umsatz des entsprechenden Herstellers?

Ihre vehemente Weigerung, mir bzw. der Öffentlichkeit mitzuteilen, wieviele der vier Masernerkrankten gegen Masern geimpft waren, kann prinzipiell nur einen Grund haben. Irgendwelche Datenschutzbedenken sind vollständig auszuschließen, da selbst bei öffentlichen Bekanntwerdens der Namen der Betroffenen eine Zuordnung unmöglich wäre, schließlich möchte ich ja lediglich die Impfquote dieser vier Patienten wissen. Zu deutsch: Waren nun 0, 25, 50, 75 oder gar 100% von ihnen gegen Masern geimpft?

Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass die 0% Impfquote definitiv ausfällt, da Sie sicher keinerlei Probleme damit gehabt hätten, mir oder der Öffentlichkeit diese Zahl zu nennen, um zu beweisen, wie „wichtig“ doch der Impfschutz vor Masern sei. Sie könnten mir jetzt zwar trotzdem eine Quote von 0% nennen, aber falls ich zufällig Kontakt zu einem der Betroffenen hätte, der in Wahrheit nicht geimpft war, wären Sie der Lüge überführt.

Dessen sind Sie sich freilich bewusst. Deswegen hat höchstwahrscheinlich mindestens einer der Patienten trotz Masern-Impfung Masern bekommen. Im Prinzip ist das kein Weltuntergang, zumindest nicht für eine Kreisbehörde oder für Sie als Amtsarzt. Wer allerdings ein ernsthaftes Problem bekäme, wäre der Impfstoffhersteller.

Sobald öffentlich bekannt würde, dass wenigstens einer der Masernfälle trotz vermeintlichen Impfschutzes an Masern erkrankte, würde sofort eine öffentliche Untersuchung eingeleitet, ob er ordnungsgemäß durchgeimpft und welcher Impfstoff ihm denn konkret verabreicht wurde. Nach Bekanntwerden dieser Tatsachen würde der Umsatz des betreffenden Herstellers, sofern sein Mittel derzeit noch am Markt verkauft wird, mit diesem Impfstoff kurzfristig und dauerhaft gegen Null tendieren.

Insofern hätte also bloß dieses eine Pharmaunternehmen ein ernsthaftes Problem. Falls sogar zwei oder mehr der vier Patienten mit diesem Wirkstoff geimpft wurden, wäre die Problematik natürlich noch eine wesentlich größere, was es dann um jeden Preis zu verhindern gälte. Sprich: Niemand darf davon erfahren.

Ich selbst habe jedoch keinerlei Kontakt zu einem Pharmakonzern, sondern lediglich Sie, Herr Impfschnell, kontaktiert. Warum setzen Sie sich derart engagiert dafür ein, unbedingt sämtliche zum aktuellen Fall zugehörigen Informationen zu verheimlichen?

Wer eins und eins zusammenzählen kann, weiß natürlich, was ich meine. Vielleicht wäre dadurch Ihr ein oder anderer Urlaub, eine Fortbildung oder eine Konferenz auf einer karibischen Insel in Gefahr? Möglicherweise auch ein kleiner oder größerer Scheck als Dank für die stetige Aufforderung der Bürger, sich impfen zu lassen?

Ihnen ist hoffentlich klar, welche Verantwortung Sie haben. Sollten nämlich ab jetzt noch weitere Patienten in unserem Kreis an Masern erkranken und das womöglich trotz einer Impfung mit einem ganz bestimmten Wirkstoff, und sollte einer dieser Patienten infolgedessen an der Erkrankung sterben, dann tragen Sie die persönliche Verantwortung dafür.

Mit freundlichen Grüßen

Karl Kritisch

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