Zeitungen in der Krise: Ihr habt es nicht anders verdient!

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17. August 2014
Zeitungen in der Krise: Ihr habt es nicht anders verdient!

Liebe FAZ-Redaktion,

kürzlich habt Ihr Euch in einem fürchterlichen Jammerartikel wieder einmal vorbildlich selbst bemitleidet: Die junge Generation und das ach so böse Internet seien im Wesentlichen schuld daran, dass es mit dem Zeitungsgeschäft in der gesamten Branche stetig abwärts gehe und damit insbesondere Eure persönliche Existenz bedroht wäre.

Das mag durchaus der Fall sein, denn bereits bevor Ihr das Papier mit Euren Ergüssen bedruckt habt, sind die meisten Meldungen längst veraltet und lediglich die letzten verbliebenen Internet- und Fernsehverweigerer erfreuen sich an Euren papiernen „Neuigkeiten“.

Im Internet dagegen finden sich sämtliche Eurer Informationen zeitnah, vielschichtig und von verschiedenen Seiten betrachtet und vor allem fast durchweg kostenlos. Warum sollte da eigentlich überhaupt noch jemand Euer altmodisches Papier kaufen? So viele Nostalgiker leben hierzulande nicht. Sicher, eine beim Schlauchbootfahren ins Wasser fallende Zeitung ist im Gegensatz zum „Ei“-Gerät, was unrettbar in der Tiefe versinkt, kein großer Schaden. Aber das ist auch nicht wirklich der typische Leserkreis Eures Blattes, oder?

Bis ins letzte Detail habt Ihr in Eurer Klageschrift auseinandergenommen und aufgezeigt, warum Euer Geschäft gleich doppelt und dreifach unter dem Einfluss des Internets leidet und es mehr oder weniger an ein Wunder grenzt, dass es Euch überhaupt noch gibt.

In der Tat, das ist ein Wunder, denn es existiert bisher keinen Zeitungs-Rettungsschirm der EU – vermutlich deswegen, weil Ihr offenkundig nicht als systemrelevant eingestuft werdet. Ganz anders als beispielsweise das deutsche Staatsfernsehen, dieses wurde von der Politik nämlich längst durch eine zweifelsfrei illegale Zwangssteuer namens „Demokratieabgabe“ gesichert.

Aber wisst Ihr, was ich in Eurem Winselartikel vollständig vermisse? Es nennt sich Selbstkritik. Kein Wort darüber, dass es auch noch einen weiteren, viel wichtigeren Grund für Euren Niedergang gibt. Offensichtlich seid Ihr der festen Ansicht, alles richtig zu machen, was Euer Handwerk im Kern betrifft.

Dabei leidet selbst der beste Handwerker gelegentlich unter berechtigten Selbstzweifeln, was seine Perfektion betrifft, zumindest wenn er zu den ehrlichen und motivierten Zeitgenossen seiner Branche gehört. Ihr dagegen seid nach eigenem Bekunden definitiv über jeden derartigen Zweifel erhaben.

Um Euch jedoch nicht ganz dumm sterben zu lassen, möchte ich Euch meine Sichtweise dazu darlegen: Wie Ihr zurecht erkannt habt, kaufen immer weniger Menschen eine Zeitung. Ich habe z.B. niemals in meinem Leben ein Zeitungsabonnement besessen. Früher hat es mich nicht interessiert und heute verzichte ich dankend auf Eure Lügerei.

Wie bitte? Ja, Ihr habt richtig verstanden: Eure Lügen brauche ich nicht.

Aus Eurer Sicht mag es sich zwar anders darstellen, aber die über sämtliche Verlage hinweg nahezu identischen Meldungen, aufbereitet aus den Quellen weniger großer Nachrichtenagenturen derselben Hintermänner, sind in meinen Augen nichts anderes als Lügen und Propaganda. Dazu eine immer fettere Portion Gutmenschentum, die obligatorische Ergänzung um linksgrünes, klar marxistisches Gedankengut und nicht zu vergessen die oberlehrerhafte politische Korrektheit – fertig ist der gleichgeschaltete Medienmurks.

Was glaubt Ihr wohl, wen solcher Verbalschrott und Publikationssondermüll interessiert? Richtig, allein Eure wenigen neuen Abonnenten. Diejenigen, welche seit Jahren oder Jahrzehnten treue Kunden von Euch sind, bleiben das größtenteils lediglich aus purer Bequemlichkeit und auch deswegen, weil sie das Altpapier unter anderem als Verpackungsmaterial, als Bastelunterlage oder als Vogelkotauffänger für die häuslichen Wellensittiche benötigen.

In diesem Bereich steht Ihr übrigens zusätzlich im Wettbewerb mit zahlreichen kostenlosen Werbeblättern, die für all diese Zwecke mindestens genauso gut geeignet sind. Allein aus diesem Grund gibt es wohl überhaupt noch Zeitungen auf Papier, denn zum Basteln oder als Käfigeinlage ist ein „Ei“-Gerät eher ungeeignet.

Am Ende Eurer öffentlichen Wehklage träumt Ihr in letzter Verzweiflung von einem neuen Geschäftsmodell. Ihr habt vollkommen Recht, es gäbe durchaus Möglichkeiten, wie sich selbst heute mit täglich frisch bedrucktem Zeitungspapier ganz ordentlich Geld verdienen ließe. Allerdings sind dafür bestimmte Voraussetzungen und insbesondere Alleinstellungsmerkmale notwendig, welche jedoch tatsächlich vorhanden sind:

Wie wäre denn zum Beispiel einfach mal mit der Wahrheit? Wie wäre es, sich nicht mehr an der linksgrünen Minderheit oder dem sozialistischen Gedankengut des Verlags und der Politik zu orientieren, sondern stattdessen an dem, was die Mehrheit der Leser interessiert?

Gerade die angeblich unabhängigen und „politisch neutralen“ Staatsmedien überlassen Euch den gesamten Bereich der Wahrheit völlig kampflos. Daran besteht seitens der Politik nämlich keinerlei Bedarf. Die Situation ist quasi vergleichbar mit einem großen Automobilkonzern, welcher sein wichtigstes Motorenpatent gelangweilt der Allgemeinheit freigibt und trotzdem keiner der Wettbewerber irgendwelches Interesse an diesem zeigen würde.

Wenn Ihr dieses kostenlose und von wirklich keiner großen Zeitung genutzte, äußerst wertvolle Alleinstellungsmerkmal namens Wahrheit weiterhin bewusst ignoriert, wenn Ihr auch künftig lieber politisch korrekte Lügen und ökofaschistischen, gesellschaftszerstörerischen Sozialismusquark publiziert, dann gehört es Euch schlicht nicht anders, als dass schon bald jemand das Licht in Euren gleichgeschalteten Redaktionen für immer löscht.

Ich weiß, genau wie Eure sind meine Ansichten ebenfalls bloßes Wunschdenken, denn Ihr werdet Euch nicht ändern. Lieber geht Ihr als „aufrechte Gutmenschen“ zugrunde, als dass Ihr zugebt, uns die ganze Zeit vorsätzlich angelogen zu haben. Schlussendlich ist es allein Eure Entscheidung, was Ihr macht. Solange Ihr weiterhin Lügen druckt, werde ich jedenfalls auch weiterhin keine Zeitung kaufen, das verspreche ich Euch.

Viele Grüße

Euer Nicht-Zeitungs-Leser

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