Verrückte Vollkaskogesellschaft: Sollen Lebensmüde sterben dürfen?

Lebenswilliger Mensch
Resignation
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Michael Quantensprung
Philosophenweg 25b
29838 Lebensmüde
Michael Quantensprung
Philosophenweg 25b
29838 Lebensmüde
Lebenswilliger Mensch
27. August 2014
Verrückte Vollkaskogesellschaft: Sollen Lebensmüde sterben dürfen?

Sehr geehrter Herr Quantensprung,

offensichtlich lieben Sie Ihr Leben, zumindest aber scheinen Sie damit insoweit zufrieden, als dass Sie keinen Bedarf an einer Selbsttötung sehen. Umso befremdlicher erscheint Ihr Einsatz, anderen Menschen das „freiwillige“ Ableben unbedingt erleichtern und diesen Vorgang legalisieren zu wollen.

In der Tat hat sich unsere Gesellschaft in einer Weise entwickelt, welche vermeintlich neue Lösungsansätze notwendig macht. Dazu gehört ebenfalls die vielgelobte Individualität und das Recht auf Selbstbestimmung. Sie gehen noch einen Schritt weiter und fordern ein neues „Paradigma der Selbstbestimmung über das eigene Lebensende“. Zu Deutsch: jeder soll selbst entscheiden dürfen, wann er stirbt, notfalls sogar mit fremder Hilfe.

Eigentlich ist die Debatte vollkommen überflüssig, denn die Selbsttötung bedarf keiner Legalität, da ein Verbot sinnlos wäre. Selbstmord ist aus diesem Grunde bisher nicht strafbar, aber es ist durchaus möglich, dass sich unsere so sehr um politisch korrektes Verhalten bemühte Politik eines Tages um dieses Thema kümmern und Haftstrafen für Selbstmörder fordern wird.

Die von Ihnen besprochene Selbsttötung ist dagegen bereits heute strafbar. Dann nämlich, wenn sich jemand selbst umbringen möchte, das jedoch nicht alleine schafft und daher einen Dritten um Hilfe bittet. Aktive Sterbehilfe also.

Unsere Gesellschaft trumpft heutzutage leider nicht mehr wirklich mit ethisch und moralisch einwandfreien Maßstäben, das wird jeder erkennen und zugeben, der über gesunden Menschenverstand verfügt. Und das ist noch ziemlich geschönt ausgedrückt.

Den wahren Zustand dieser Gesellschaft zeigen die äußerst fragwürdigen Ausprägungen und krassen Gegensätze in Bezug auf das Leben. Auf der einen Seite wird alles nur Erdenkliche unternommen, um wirklich jede Eventualität einer Schädigung von Gesundheit, Leib oder Leben der Bürger zu vermeiden oder auszuschließen. Denken Sie an den Sicherheitsgurt im Auto, den Helm beim Motorradfahren, die unzähligen Vorschriften zur Arbeitssicherheit. Dasselbe gilt im Straßenverkehr bis hin zu Lebensmittel- und Ernährungsrichtlinien.

Auf der anderen Seite kommen nun Sie und andere daher und fordern das genaue Gegenteil, mutwillige und vorsätzliche Tötung von Menschen. Erkennen Sie den klitzekleinen Widerspruch?

Ach so, die Forderung von legaler Sterbehilfe ist gar keine Kontradiktion, sondern lediglich das „Recht auf Selbstbestimmung“? Und was ist dann mit denjenigen Menschen, welche selbst darüber bestimmen möchten, in welcher Art und Weise sie leben möchten?

Was ist mit den Leuten, die lieber ohne Gurt und Helm fahren und einen feuchten Kehricht auf den ganzen absurden Arbeitssicherheitsquatsch geben oder die einfach das essen möchten, was sie wollen? Haben diese Menschen auch ein „Recht auf Selbstbestimmung“?

Nein, haben sie eben nicht. Aber mit genau diesem Argument wollen Sie Menschen das Sterben ermöglichen, welche vielleicht in einem schwachen Moment die falsche Entscheidung fällen würden. Womöglich sogar, weil sie von jemandem entsprechend beeinflusst wurden.

Anstatt jedoch darüber zu philosophieren, wie wichtig es angeblich wäre, einen rechtlich sauberen Weg zur legalen Tötung Dritter zu finden, sollte das Thema lieber einmal von einer anderen Perspektive aus betrachtet werden. Warum kommt es überhaupt dazu, dass Menschen lieber sterben als leben wollen und das in unserem wohlhabenden Land?

In erster Linie handelt es sich bei solchen Leuten um „austherapierte“ bzw. Krebspatienten, denen von Seiten der Weißkittel am Ende der sogenannten Chemo-„Therapie“ keine Aussicht mehr auf Genesung gegeben werden kann. Sie wurden monate- oder jahrelang ausgesaugt, genauer gesagt ihre Krankenkasse, vorsätzlich mit lebensgefährlichem Gift vollgepumpt und am Ende zum Sterben nach Hause geschickt, um die eigenen „Heilungs“-Statistiken zu schönen.

Wen wundert es da noch, unter diesen hoffnungslosen Patienten etliche Menschen zu finden, welche den widerwärtigen Wahnsinn, diese brutale Hinrichtung und ihre Folgen lieber heute als morgen hinter sich bringen wollen?

Warum stellen Sie nicht zunächst einmal diese Form der „Therapie“ in Frage, bevor Sie lediglich die suizidale Symptomatik allein betrachten und daraus irgendwelche absurden Forderungen ableiten? Würde die Medizinbranche einsehen, dass sie beispielsweise in Sachen Krebs vollkommen falsch liegt, wäre das Thema Sterbehilfe diesbezüglich wahrscheinlich sofort erledigt – allerdings würde das dann genauso für die Pharmaindustrie gelten und hier liegt der Hase im Pfeffer. Das ist natürlich nicht erwünscht.

Kommen wir doch zum Punkt: Niemand hat das Recht, das Leben eines anderen zu beenden, in welcher Art und Weise auch immer. Genauso hat niemand das Recht, sein eigenes Leben zu beenden, denn er hat es sich schließlich nicht selbst gegeben, sondern von Gott erhalten.

Ich hoffe, Sie und viele andere, sehen das Thema Sterbehilfe endlich mit anderen Augen als allein mit dem vermeintlichen „Recht auf Selbstbestimmung“. Unser Leben ist nämlich nicht unser Eigentum, wir haben es lediglich geschenkt bekommen und sollen es eigenverantwortlich bewahren.

Mit freundlichen Grüßen

Ein lebenswilliger Mensch

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