Sozialisten fordern: 500 Euro Urlaubsgeld für alle

Urlaubsreifer Bürger
Glückwunsch
An
Katja Kipping
Am linken Ufer 9
30301 Karl-Marx-Stadt
Katja Kipping
Am linken Ufer 9
30301 Karl-Marx-Stadt
Urlaubsreifer Bürger
11. August 2014
Sozialisten fordern: 500 Euro Urlaubsgeld für alle

Sehr geehrte Frau Kipping,

Sie machen sich derzeit stark für ein entspannteres Deutschland, indem Sie Urlaubsgeld und Urlaub für alle fordern. Auch diejenigen, welche sich keine Reisen leisten können, sollten pro Nase einen 500 Euro-Gutschein erhalten, um sich beispielsweise zwei Wochen lang Erholung in einer Jugendherberge genehmigen zu können. Herzlichen Glückwunsch, solche politischen Geschenke gab es schon lange nicht mehr.

Gar von einem „Recht auf Urlaub“ haben Sie gesprochen. Das hört sich doch mal richtig gut an. Noch besser klingt der kostenlose Urlaub für Kinder und Jugendliche in Ferienlagern oder Ferienfreizeiten. Ich staune wirklich über Ihre Großzügigkeit.

Welche Freude dürfte nun wohl in all den Hartz-4-Haushalten herrschen? Endlich mal zwei Wochen lang ganz offiziell nicht arbeiten müssen und an einem anderen Ort den ganzen Tag entspannt bei kühlem Bier vor dem Fernseher verbringen. Das ist doch viel schöner, als immer nur dasselbe zu Hause zu tun.

Allerdings habe ich noch eine Frage an Sie: Wer soll denn die Gutscheine, die Ferienlager und -freizeiten bezahlen? Kommt das Geld dafür aus Ihrer eigenen Tasche oder haben Sie dafür Sponsoren? Ich befürchte ja fast, Sie wollen die notwendige Kohle den wenigen noch verbliebenen ehrlich arbeitenden Bürgern über eine neue Urlaubssolidarsteuer aufhalsen?

Da hierbei jedoch erfahrungsgemäß sehr viel unnötige und teure Bürokratie vonnöten ist, um das Geld erst einzusammeln und danach wieder Teile davon auszuschütten, möchte ich Ihnen gleich eine Alternative für diesen Prozess vorschlagen:

Wie wäre es, wenn stattdessen einfach per Losverfahren jedem steuerzahlenden Bürger ein Hartz-4-Empfänger zugeteilt würde und diese den monetären Ausgleich direkt untereinander vornehmen? Alternativ kann der Steuerzahler die 500 Euro auch in Naturalien liefern, sprich er stellt seine Wohnung während seines eigenen Urlaubs kostenlos dem Hartz-4-Empfänger zur Verfügung und packt zuvor den Kühlschrank so voll, dass er für zwei Wochen echtes, kulinarisches Erlebnis genügt.

Das würde nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Leistungsträger den Leistungsnehmern endlich wieder näherbringen. Schließlich sollten die „Reichen“ ja auch sensibel für die Bedürfnisse der „Armen“ gemacht werden, denn im bundesdeutschen Sozialismus herrscht noch immer eine große Anonymität und viel Neid zwischen allen Beteiligten.

Wo wir gerade beim Umverteilen sind: Was halten Sie eigentlich noch von folgenden Vorschlägen?

  • Handy- und Internetflatrate für alle:
    Es kann doch nicht sein, dass jederzeitige Kommunikation und Information allein den Besserverdienern vorbehalten ist.
  • Auto für alle:
    Da ständige Mobilität heute immer öfter die Grundvoraussetzung für den Arbeitsplatz und auch schon die Arbeitsplatzsuche darstellt, würde das Auto für alle endlich auch gleiche Chancen für alle bedeuten. Wahlweise kann entweder – für besonders Mutige – ein Elektroauto oder aber eine BahnCard 100 gewählt werden. Beim Auto ist die Tankflatrate selbstverständlich immer inklusive.
  • IKEA für alle:
    Was, wenn die zwei Wochen Urlaub wieder vorüber sind? Sollen die frisch entspannten Hartzies dann etwas wieder in die alte, verrauchte Bude zurück? Um den Erholungseffekt nicht sofort wieder zu verlieren, sollte jährlich die vollständige Neuausstattung eines beliebigen Wohnraumes kostenlos möglich sein.
  • Kultur für alle:
    Monatliche Kino-, Opern-, Zirkus- und Vergnügungsparkgutscheine könnten gewährleisten, dass die nicht arbeitende Bevölkerung den Anschluss an die Spaßgesellschaft nicht verliert. Das ist wichtig, falls sie später wieder einmal arbeiten sollten, um sich auf den obligatorischen Afterworkpartys angemessen verhalten zu können.

Vielleicht haben Sie selbst auch noch ein paar weitere Ideen, wie das Leben in unserem Land angenehmer gestaltet werden kann für all diejenigen, die nichts zum Bruttosozialprodukt beitragen, wie beispielsweise unsere Politiker?

Zwar müssen bereits heute Millionen von Menschen keinen Finger krumm machen, um kostenlos eine Wohnung gestellt zu bekommen, inklusive sämtlicher Nebenkosten, um in den Genuss einer Gratis-Krankenversicherung zu gelangen und um sich ebenfalls kostenlos ernähren zu können.

Aber für das ach so verlockende sozialistische Utopia ist eben einfach noch zu viel zu tun. Übrigens, es wurde noch niemals irgendwo auf dieser Welt Realität. Vielleicht aber schon bald bei uns?

Warum eigentlich nicht, Frau Kipping? Aber ich will Sie gar nicht länger bei Ihren von der Allgemeinheit finanzierten Tagträumen stören, sondern hoffe auf weitere, spannende Vorschläge Ihrerseits.

Mit freundlichen Grüßen

Ein urlaubsreifer Bürger

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