Freispruch und trotzdem schuldig? Vor bayerischen Gerichten gibt es keine Gerechtigkeit

Einer, der nicht
mehr an diesen
"Rechtsstaat" glaubt
Beileid
An
Gustl Mollath
Platz der Freiheit 2
90990 Bananenstaat Bayern
Gustl Mollath
Platz der Freiheit 2
90990 Bananenstaat Bayern
Einer, der nicht
mehr an diesen
"Rechtsstaat" glaubt
14. August 2014
Freispruch und trotzdem schuldig? Vor bayerischen Gerichten gibt es keine Gerechtigkeit

Sehr geehrter Herr Mollath,

nun sind Sie endlich offiziell freigesprochen, die unfassbare Odyssee als Opfer einer durch und durch korrupten Justiz in Bayern hat ein Ende. Trotzdem sind Sie nicht zufrieden mit dem Urteil – und Sie haben vollkommen Recht.

Die Vorwürfe wegen angeblich von Ihnen zerstochenen Reifen konnten nicht bewiesen werden, genausowenig wie die behauptete Freiheitsberaubung Ihrer Ex-Frau. Man fragt sich allerdings, wieso diese Dinge im früheren Verfahren denn so eindeutig gewesen sein sollen, wenn die Behauptungen im gerade abgeschlossenen zweiten Prozess nicht einmal ansatzweise zu beweisen waren?

Was Sie nach eigener Aussage an dem Urteil am meisten ärgert und warum Sie es als „nicht hinnehmbar“ bezeichnen, betrifft die vom Gericht als erwiesen betrachteten Vorwürfe Ihrer Ex-Frau, Sie hätten sie geschlagen, gewürgt und gebissen. Sie dagegen behaupten, dies entspreche nicht der Wahrheit.

Im Grunde genommen habe ich keine Möglichkeit, die tatsächliche Wahrheit über diese Vorwürfe herauszufinden, da beide Seite das genaue Gegenteil behaupten und die Beweise ziemlich fragwürdig sind. Für mich spricht jedoch folgendes dafür, Ihren Worten mehr Glauben zu schenken als denen Ihrer Ex-Frau:

  1. Ihre Ex-Frau hat nachweislich in mehreren Punkten gelogen. Warum sollte sie ausgerechnet hier die Wahrheit gesagt haben?
  2. Für Sie bringt es keinerlei Gewinn, diese Unterstellungen weiterhin zu leugnen, da sich dadurch an Ihrem Freispruch nichts ändern würde. Vielleicht wäre Ihre Weste danach noch etwas weißer, aber sollte dieser Streitpunkt denn wirklich weiteren Wirbel wert sein, wenn die Anschuldigungen gegen Sie nicht definitiv falsch wären?
  3. Sie suchen nach Ihren jahrelangen schlimmen Erfahrungen offenkundig die Wahrheit und verlangen endlich Gerechtigkeit, weil die eigentliche Frage, wodurch das gesamte Drama überhaupt ausgelöst wurde, bislang überhaupt nicht betrachtet wird.

Manch einer könnte behaupten, Ihnen ginge es hierbei lediglich darum, Ihrer Ex-Frau dieses Unrecht heimzuzahlen. Doch was würden Sie diesbezüglich gewinnen, wenn Sie sie erneut als erwiesene Lügnerin hinstellen könnten? Der Lebenslauf Ihrer Ex-Frau spricht bereits jetzt für jeden klar denkenden Menschen Bände.

Eigentlich kann nur Ihr dringendes Anliegen, endlich die endgültige Wahrheit aufzudecken, der einzige Antrieb sein, welcher Sie nach wie vor auf diesem Fall herumkauen lässt. Jeder andere wäre doch froh, sein Leben wieder in Ruhe leben zu können.

An der Wahrheit sind allerdings nicht unbedingt alle interessiert, wie Sie ja leidvoll erfahren mussten. In Bayern gilt das ganz besonders, sofern Politik oder Justiz involviert sind. So wird gegen Ihre Frau und andere Personen bis heute nicht ermittelt, obwohl Sie weiterhin steif und fest behaupten, diese hätten vor Jahren krumme Finanzgeschäfte abgewickelt, weswegen der ganze Streit ursprünglich begann – mit dem Resultat, dass sie damals ins Irrenhaus weggesperrt wurden. Das müsste eigentlich jeden unmittelbar aufhorchen lassen.

Das jetzt abgeschlossene Verfahren sollte allerdings bloß die beschädigte Justiz in Bayern rehabilitieren und in den Augen sämtlicher blinden Bürger dürfte das auch geglückt sein. Um die wirkliche Wahrheit ging es dabei nie. Offiziell wird nun der Eindruck erweckt, es habe damals zwar den einen oder anderen Verfahrensfehler gegeben, als Sie 2006 in der Klapse landeten, aber der Kern des Verfahrens war angeblich korrekt und es besteht nicht geringste Anlass dafür, noch tiefer zu bohren.

Es ist unwahrscheinlich, dass es Ihnen gelingt, den bayerischen Filz aus Politik, Banken und Justiz aufzudecken, denn der Zusammenhalt dieser schwarzen Seelen ist unglaublich stark. Aber vielleicht kommt ja noch vor dem Jüngsten Tag das ein oder andere kriminelle Treiben dieser Bande ans Tageslicht, ganz ohne Ihr Zutun.

Versuchen Sie daher, einen Strich zu ziehen, auch wenn es mir sehr leid tut, wie Sie hier abgespeist werden. Zum einen nur ein halbgarer Freispruch, mit welchem die dunklen Machenschaften einer CSU-„Elite“ im Verbogenen gehalten werden sollen, und zum anderen eine absolut lächerliche Entschädigung in Höhe von 50.000 Euro für Ihre sieben lange Jahre unschuldig im Irrenhaus.

Das klingt ungerecht, vor allem im Hinblick darauf, dass die wirklichen Verbrecher weiterhin völlig unbehelligt bleiben. Doch seien Sie sich gewiss, unserem Schöpfer blieb das nicht verborgen, alles ist aufgezeichnet und wird eines gar nicht mehr so fernen Tages auf den Tisch kommen – mit verheerendem Urteil für die Verantwortlichen.

Schauen Sie daher bitte, dass Sie selbst noch auf die richtige Seite wechseln, denn vor dem höchsten Richter hat jeder verloren, der nicht den Sohn Gottes als Anwalt besitzt.

Viele Grüße von einem, der schon lange nicht mehr an diesen „Rechtsstaat“ glaubt

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